nach einem weiteren Regentag in Paihia, den ich mit abhaengen, quatschen, Film schauen, Leute kennenlernen und alkohol recht gut ueberstanden habe hoerte es am dienstag endlich auf zu regnen. war zwar immer noch bewoelkt, aber zumindest konnte ich mal "trampen" gehen (trampen ist wandern auf Kiwi). es ging am Strand entlang, ueber einige kleine huegel und endete in einem mangrovenwald. es ist wundervoll gruen und saftig alles und es blueht. am schoensten ist der Pohutukawa-Baum, er blueht meist rot, manchmal gibts aber noch kleine weisse blueten extra, dann sieht er besonders eindrucksvoll aus. Und Pohutukawas gibt es hier en masse. Dieser Baum spielt natuerlich auch eine wichtige Rolle in der Mythologie der Maori. Aber dazu spaeter mehr. Abends gabs Hostelhanging ;) und Touristenbadeortdiscobesauefnis mit den anderen Festhaengern (aus IL, AU, GB, SV, NL, GR). Bunt ist das Leben... Aber eigentlich war dieser Tag doch gar nicht nennenswert, oder? Ha, zum Glueck gabs dann den gestrigen Tag, hier kommt was zum Erzaehlen: Roadtrip hurray! Laura, Ursula und ich haben uns in Marcus Honda Civis an die noerdlichste Landspitze Neuseelands fahren lassen (Cape Reinga). Hier stossen die Tasman Sea und der Pazifik aufeinander und es ist eine wirklich eindrucksvolle Landschaft. Ausserdem gibts einen Leuchtturm, viele tolle Wanderwege und viel Wind. Es war zwar immer noch groesstenteils bewoelkt, aber wir haben mindestens 6 mal den blauen Himmel durchschimmern sehen und ich glaube ich habe 9 Sonnenstrahlen gesehen. Cape Reinga ist ein heiliger Ort der Maori. Hier steht ein 800 Jahre alter Pohutukawa, ueber den die Seelen der Verstorbenen ihre Reise nach Hawaiki, die Heimat, zurueckkehren.
Auf dem Weg dort hinauf haben wir zunaechst unsere Fuesse in eine schoene Bucht im Pazifik getaucht (Cable Bay) und anschliessend noch in die Tasman Sea am 90 Mile Beach, der in Wirklichkeit nur 90 km lang ist, aber so klingts halt schoener. Ich war da dann auch das erste Mal in diesem Urlaub im Wasser ("Baden in der Tasman Sea - Check). Es war schweinekalt, hab mich also nur drei mal von den Wellen umhauen lassen und dann schnell raus. Bin auch immer noch erkaeltet, mal soll also nix riskieren. Auf dem Weg zurueck haben wir dann noch die grossen Duenen von mitgenommen. Auch eine irre Landschaft, gelbe Sahara, gruener Urwald, blaues Meer. Der kleine Honda fing dann irgendwann an, Spirenzchen zu machen (SpraWiLer: Woher kommt das Wort?). Wir haben ihn alle zusammen angefeuert, und er hats tatsaechlich geschafft uns aus der Kein-Handynetz-Zone und in das naechste Dorf zu bringen, dann noch rein in eine Tankstelleneinfahrt und ByeBye kein Lebenszeichen mehr. (Wir waren noch 2 Stunden von unserem Basislager entfernt...) Die schoene Maorifrau Shikira hat uns dann die Batterie geladen und wir waren voll beeindruckt. Kaum waren wir jedoch 7 Minuten aus dem Dorf raus ... stottottottott bye bye kein Lebenszeichen. Mitten in einer Kurve und bergauf. Yehaaa! Wir haben dann erst mal alle geschoben um ein bisschen von der Strasse runterzukommen, das war ein Spass! Und dann kamen unsere Engel aus dem nichts: Paula und Nigel, ein ueberwaeltigend grossartig freundliches Ehepaar (und das erste Auto was vorbeikam). Zuerst haben sie uns aus der Gefahrenzone geschleppt und dann haben sie sich um alles gekuemmert, AA angerufen und erklaert wo in der Pampa wir liegen, mit denen geklaert, wann jemand kommt usw. Und sie meinten, dass wir wohl nicht mehr nach Paihia zurueckkommen wuerden diesen Abend (AA schleppt einen nur bis zur naechsten Werkstatt) und dass wir auf jeden Fall bei ihnen uebernachten sollten und dass sie uns auch schon mal was zu essen besorgen, denn wir sehen ja so aus als haetten wir kein Abendbrot gehabt. !!!!Unglaublich, wie grossartig sie waren!!!! Die Kiwi go out of their way to help! Waehrend wir auf den Abschlepper warteten, hat wortwoertlich JEDES vorbeifahrende Auto angehalten, oder ist langsam gefahren, um zu fragen ob sie helfen koennten. In Deutschland wuerden sie hoechstens langsam fahren, um sich aufzuregen, dass man im Weg rumsteht. Unglaublich. Wir hatten aber Glueck, AA hat einfach die Batterie ausgetauscht, alles andere gecheckt und wir konnten tatsaechlich weiterfahren. Ich hab mich in den kleinen Honda echt verliebt, der uns extra bis zu einer Tanke brachte bevor er die Batterie aufgab... dazu spaeter mehr.
Gegen 11 waren wir dann wieder im Hostel.
Was fuer ein Tag!
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2 comments:
Ja, ja, die Sperenzchen. Ein Auto, daß sich ziert, ein Mensch, der sich widerborstig zeigt. In der Hoffnung (sic!), daß er damit durchkommt und etwas nicht tun muß, was er eigentlich tun sollte. Womit wir beim lateinischen sperare - hoffen - wären, das wir im französischen espoir und espérer ebenso wiederfinden wie im englischen despair (der Abwesenheit von Hoffnung). So zumindest eine Deutung.
Eine andere bezieht sich auf "Spira", eine alte Bezeichnung für Speyer (in der schönen Pfalz - ist die Welt nicht klein?). Dort gab es im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert ein Reichskammergericht, das den Ruf hatte, besonders umständlich zu Werke zu gehen. "Spirensien" waren also "Speyereien".
Siehe auch Sprache und Text in Theorie und Empirie, Seite 2ff.
Lernen mit Jan, Folge 720. Aber Du hast gefragt ;-).
Liebe Grüße
na das klingt doch nach einem echt spannend werden wollenden aufenthalt, oder? :o) freu mich doll für dich, dass du so begeistert bist :o)
und die erklärung zu den sperenzchen haste ja nun schon (btw: beeindruckend! ;o) )
fühl dich fest gedrückt von deiner
anca
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