Friday, January 25, 2008

Aktivitaeten und Geschichten - Taupo, Rotorua, Tongariro

Wir haben vom Nordland zu diesem Punkt 20 Tage gebraucht. die meisten Backpacker die wir bisher getroffen haben, reisen Auckland - Northland - Rotorua/Taupo, daher ist unser Weg ein ganz spezieller (wie koennte es anders sein ;o) und dauert eben ein bisschen laenger. Es ist noch immer grau, daher schlafen wir nochmal im Auto bevor wir Taupo ereichen. Der See ist wunderschoen, riesig, dunkelblau (zumindest zu dem Zeitpunkt zu dem wir ihn sehen). Die Stadt nicht so - nicht so blau, nicht gross und vor allem nicht so schoen - ist halt wieder ein Tourizentrum, voller Menschen und Attraktionen. Wir bummeln ein bisschen, schauen uns die Huka Falls an (aergern die anderen Leute indem wir 20 Minuten in einem beliebten Fotomotiv sitzen und rasten ;op) und fahren zu den Craters of the Moon (einem kleinen geothermisch-aktiven Tal) aber da NZ inzwischen absolut jedes dampfende Loch zu einer Bezahlattraktion gemacht hat schauen wir lieber von einem ehemaligen Aussichtspunkt von weitem drauf. Ehemalig weil er zwar noch im Lonely Planet zum Fotosmachen empfohlen wird, inzwischen aber mit einem NO ENTRY Schild versehen ist, man will ja schliesslich Geld, bevor man den Leuten die Groesse der Attraktion zeigt (Rundweg max. 10 Minuten ;) Den Rest des Nachmittags chillen wir unter Baeumen und backen unser Maoribrot (in Oel gebratener weissmehlteig, eignet sich gut fuer campingkocher). Schlafen tun wir auf nem kostenlosen Campingplatz grad ausserhalb von Taupo (Reids Farm). Wurde uns als Hippiekommune empfohlen, ist es aber nicht wirklich. Ja es gibt langzeitcamper hier, aber was an denen hippie sein soll keine Ahnung (James: "Das zeigt nur wieder dass das Wort Hippie heutzutage ueberhaupt nichts bedeutet und in den meisten Faellen eher als Beleidigung zu verstehen ist.") Ausfuerhliche Beschreibung eines ereignislosen Tags, gell? Aber wir haben auch was gemacht in Taupo: Wir sind mit dem Kayak auf den See gefahren und haben uns die Maori Rock Carvings (Felsschnitzereien) angeschaut. Wir sind mit einem sehr liebenswerten Guide (Brian, urspruenglich aus England, ehemals Lehrer, jetzt Geschichtenerzaehler und Kayaktourguide) rausgefahren, und da das Wetter nicht so prall war, warens nur wir zwei und er, wirklich gemuetlich. die Carvings sind sehr beeindruckend und mein Tagebuch enthaelt vier Seiten voller Geschichten dazu. Hauptsaechlich zeigen die Carvings Ngatoroirangi und den Taniwha. Ngatoroirangi war der "Schamane" und Navigator des immigrational Kanus, das die Staemme der Region nach Neuseeland brachte. (Die Staemme Neuseelands (Iwi) gehen immer auf eines der grossen Kanus (Waka) zurueck, das die Vorfahren von Hawaiiki nach Aotearoa brachte. Der Haeuptling und der Zauberer des Wakas sind wichtige Schutzgeister des Stammes.) Der Taniwha ist eine mythische Figur in Drachen-/Wal-Erscheinung, ein Wasserwesen, das einerseits eine Schutzfunktion fuer den ihm zugeordneten Stamm oder ein bestimmtes Gebiet hat und andererseits auch ein Monster ist, das Menschen angreift (siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Taniwha).
Der Zauberer soll den See und die hier lebenden Menschen vor dem Taniwha bewahren, und der Taniwha soll die Carvings und das Land vor den Menschen bewahren. Es gibt auch ein Bild von der Prinzessin vom See, deren Stamm eines Tages von einem noerdlichen Iwi angegriffen wurde. Ihr Mann befahl ihr, sich schwimmend zu retten und sie schwamm durch den gesamten See und blieb die einzige Ueberlebende des Angriffs. Geschichten, so viele Geschichten.
Das war alles sehr beeindruckend, vor allem da die Meister, die diese Kunstwerke 1983 schufen, vorher nur Holz bearbeitet haben (Daher Felsschnitzereien)... Anyway, nach 4 Stunden Kayak und Geschichten bummeln wir noch einen halben Tag und brechen dann auf Richtung Rotorua, schauen uns unterwegs ein paar geothermische Zentren an (alle zu teuer) und campen im Regen kurz vor unserem Ziel. Da das Zelt gegen Morgen ziemlich durchnaesst ist, haben wir einen ganzen Morgen mit wenig Leuten auf den Strassen fuer Kaffee und Bummeln, dann bringen wir Putu mal wieder zum Autodoc, da seine Ruecklichter nicht funzen, ist aber in zehn Minuten erledigt, und jetzt haben wir ploetzlich auch Licht im Amatourenbrett. Wie doch alles zusammenhaengt. Wir checken im Spa Lodge Hostel ein, spielen ne Runde Monopoly (wie lange ist das her...) und trocknen Zelt und Schlafsaecke, bummeln wieder ne Runde als der Regen aufhoert. (Noch ne Geschichte: In Rotorua gibt es einen kochenden See. Vor Zeiten war dies ein normaler See, in dem ein Maorimaedchen jeden Tag badete. Eines Tages kam der Taniwha vom Grund des Sees und nahm sie mit sich. Der Mann des Maedchens schrie zu den Goettern, die den Taniwha bestraften indem sie den See zum kochen brachten. Seitdem dampft der See, und keiner kann mehr darin baden.) Abends haben wir einen der wichtigsten Kiwifilme angeschaut: Once were Warriors (http://imdb.com/title/tt0110729/), der war ganz schoen heftig aber definitiv empfehlenswert. Da Rotorua eines der wichtigsten Tourizentren NZs ist, beschliessen wir, hier unser schlimmstes Touriding zu machen und suchen einen der Maori Heritage Parks auf, Te Puia, einer Mischung aus Maorikulturmuseum und Geotherme. Wir sehen ein Maoritanzkonzert (ich glaub ich muss mir doch Pois kaufen und lernen damit umzugehen auch wenns lange dauert, es sieht einfach so cool aus), Blubberschlamm und den Geysir Pohutu, der bis zu 30 m hoch sein kann. So bringen wir den groessten Teil des Tages rum, auch wenn wir lieber "RealLife"-Maori-Kultur erleben wuerden, aber dazu werd ich mir auf der Suedinsel Homestays suchen. Im Souvenirshop hab ich mir noch ein Maorilegendenbuch gekauft, und spaeter festgestellt, dass es auf Maori (und Englisch) ist. Versuche jetzt was zu lernen, aber geht echt nicht leicht...
So, Kayak und Touritours, aber das wars noch nicht mit den Aktivitaeten. Am naechsten Tag war ich Zorbing. Beim Zorbing rollt man in einer 4-Meter-Plastikkugel einen Huegel hinunter. Dabei ist man festgeschnallt, so dass man sich nicht den Hals bricht, und dann gehts rund :o) Das war lustig. (Ich dachte mir halt, wenn ich mir den ganzen Kiwi-Adrenalinspass (Bungy und Skydive) spare, dann wenigstens das...) Danach waren wir noch in ein paar Stunden in der Kletterhalle, und obwohl meine Haende immer noch schweissnass sind wenn ich nur hochgucke, bin ich doch jede Wand die ich in Angriff genommen habe, bis ganz hoch gehorstet, sogar den Kamin, der war echt hart - also fuer mich zumindest. Abends sind wir dann rund um die Westseite von Lake Taupo zum Tongariro-Nationalpark gefahren und haben direkt im Eingang zum Tongariro-Crossing gezeltet. Darueber haben sich die 6Uhr-Crossing-Bewanderer koestlich amuesiert. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck haben wir uns dann also in den Nationalpark aufgemacht, allerdings schenken wir uns die komplette Strecke des Tongariro Crossing, denn nur weil es alle machen, muessen wir das noch lange nicht auch tun. Wir wandern also entspannten Schrittes und werden von allen ueberholt, aber trotz meiner alten Raucherlunge, die schnauft wie eine Dampflock, hab ich dann doch die Haelfte der Ueberholer auf der Teufelsleiter wieder eingeholt und war ganz stolz auf mich. Dann sind wir auf den Ngauruhoe gestiegen (LOTR-Fans: Mount Doom) und haben oben auf einem Dampfauslass gesessen, um uns zu waermen. Leider war das Wetter noch immer nicht besser, d.h. die gesamte Besteigung erfolgte im Nebel und ich konnte nichts vom Lake Taupo, den Emerald Lakes und den anderen Vulkanen sehen. James war im Fruehling schon mal hier und hat mir wunderbare Fotos gezeigt, aber ich hatte mal wieder das Brett. Die Besteigung war trotzdem der Hammer, soooooo steil und rutschig. Die meisten leute nutzen als Abstieg die Schlitterbahn und rennen und rutschen eher als dass sie steigen. das fanden aber meine Knie nicht so lustig daher sind wir die Felsen runter und haben ungefaehr zehnmal solang gebraucht wie alle andern. Nach einem ausgiebigen Picknick und kurzen Nickerchen sind wir schoen langsam wieder zurueckgewandert - und haben insgesamt genauso lang gebraucht, wie durchschnittlich die gesamte Tour dauert. Wie wir das hingekriegt haben weiss ich allerdings auch nicht.
Und damit war unsere Zeit im Herzen der Nordinsel auch schon um, als naechstes steht der Forgotten World Highway auf dem Programm, der uns an die Westkueste fuehrt. Dazu aber ein andermal mehr.


Pics in http://picasaweb.google.de/Celebdae13/DasHerzDerNordinsel

Saturday, January 19, 2008

Schafe, nackig machen! - Waikaremoana, Napier, Hastings

Ich war live dabei! bei der schafschererei. Haben unseren Gastgeber Roan bei seiner Arbeit besucht. Dazu fuhren wir erst ne knappe Stunde in die Berge hinein und dann up up up bis zur Schererhuette auf dem Gipfel. Es war eine wirklich interessante Erfahrung, der Famer war da und seine Familie, 6 Scherer, z.t. auch mit Familie, und da wurde gearbeitet und gespielt und gelacht (die Kinder hatten echt spass daran in der Wolle zu spielen, aber die Farmerin meinte, es ist eine Qual, den Geruch loszuwerden wenn sie nach Hause kommen :o) Ich hab ne Weile zugeguckt und Wolle gestapelt und mit den Kiddis gespielt. Hab selber nicht mitgeschoren, es sieht ganz leicht aus, so schnell wie die das machen. James hats dann mal probiert und da konnte man doch deutlich erkennen, dass das ein Knochenjob ist, denn die Schafe halten nicht still, sie sind nur eingeklemmt. Bei James sah es teilweise so aus als gewinnt das Lamm den Kampf. Ich hab das dann mal lieber gelassen, auch wegen s.u.
Als wir gegen 11 dort angekommen sind, hatten die Scherer schon 400 - 600 Schafe nackig gemacht! Und laut und staubig ist es. Andererseits herrschte ein echt gutes, freundliches, lockeres Arbeitsklima, und wenn man in so einem "Buero" arbeitet mitten in den Bergen mit genialen Aussichten, dann hat das sicherlich auch viel mit dem allgemeinen Lebensgefuehl zu tun. Wir werden Roan eine Postkarte schicken um ihm noch mal fuer diese tolle Erfahrung zu danken. schoen, so eine Real Life Erfahrung zu machen. Es gibt zwar viele Orte wo touristisches Schauscheren angeboten wird, aber das Echte ist doch mehr wert.
Downside: Die Schafe moegen die ganze Aktion nicht wirklich, sie werden gezerrt, geklemmt, getreten und vor allem, geschnitten, heftig teilweise. Die Scherer werden pro Schaf bezahlt, und da gehts natuerlich um Geschwindigkeit, da zaehlt der eine oder andere Schnitt nicht viel, immerhin ernaehren sie ihre Familien damit. Natuerlich darf man nicht wirklich was dazu sagen, solange man Wolle traegt und Fleisch isst, denn ich bin ja ein Bestandteil der ganzen Tierverarbeitung.
Pics gibts auch, allerdings erst spaeter (East Coast Album).
Dieser Tag war aber noch lange nicht zu ende, wir sind danach zum wunderschoenen klaren Waikaremoana-See gefahren. Als ich ueber eine Bootrampe ins Wasser wate, um die Temperatur zu pruefen (immerhin musste entschieden werden, ob wir schwimmen gehen) musste ich leider feststellen, dass diese furchtbar rutschig war. Nach einer kleinen Cartoonvorstellung zum Thema Gleichgewicht halten hats mich dann der Laenge nach nass gemacht :o) Ja, man kann hier schwimmen.
Der Waikaremoana hat einen der Great Walks in NZ , daher sind seine Wanderwege recht bevoelkert. Wir suchen uns einen weniger beliebten (weil nicht direkt am See) Hoehlenweg und haben zwei abenteuerliche Stunden durch Wald und Hoehlen auf Erkundung, Bekletterung, Befuerchtung (aber wir haben ja Taschenlampen...). Da ich ja zuvor meine Jeans nass gemacht hab, mach ich die ganze Aktion im Kleidchen... Bei einer besonders unterholzigen Felsbesteigung beschliesse ich sogar im Bikini weiterzugehen, um das Kleid nicht zu zerreissen. Das war sehr gut (fuers Kleid) und sehr schlecht (fuer meine Haut) ;o) Tjaja, das Outdoorleben.
Nach einer weiteren Nacht im Zelt (in den Bergen) gehts weiter die Kueste entlang nach sueden richtung Napier/Hastings. Die relativ kurze Strecke dauert eine Weile, denn wir haben uns inzwischen ein Backgammon-Brett gebaut und halten an jedem Rastplat und Aussichtspunkt fuer eine Partie. Daher uebernachten wir auch lieber noch mal kurz vor Napier (an einem schwarzen Strand in einer Felskluft).
Nach all dem Vagabundenleben war Napier mal wieder ein Tag fuer das CityGal in mir. Cafes, Shopping, Stadt angucken. Napier ist ganz niedlich, eine Stadt in ArtDeco (wurde bei nem Erdbeben 1931 dem Erdboden gleich gemacht und danach neu aufgebaut), aber halt wieder n Tourizentrum, daher auch ein bisschen nervig. Nachdem ich meine Ohrringe in den Hotsprings in Morere verloren/liegenlassen habe (heul schnueff schluchz die waren so schoen weiss auch nicht wie das passieren konnte!) hab ich mir neue gekauft damit sich meine Ohren nicht so nackig fuehlen. Und nach all dem Shopping haben wir uns dann auch noch ein Essen in einem Seafoodrestaurant gegoennt (mmh, seafood hotpot mit kokosmilch, yummy!) Die naechsten Tage gibts nur Pasta und Kartoffeln...
Den naechsten Tag fahren wir nach Hastings, Napiers Zwilling. Also auch Art Deco und niedlich und alles aber eine echte Stadt, d.h. nicht ganz so masstouristisch. Wir sind rumgebummelt, waren auf dem Markt und haben uns mit Obst eingedeckt. Danach sind wir wieder nach Hastings gefahren, um den ersten grauen Tag in Wochen in Hotsprings zu verbringen. Und so haben wir den rest des Tages im Ocean Spa (kalte und heisse Pools, Dampfbad, Sauna usw. direkt am Meer) abgehangen.
Spaetnachmittags sind wir dann nach richtung Taupo aufgebrochen. Dazu dann mehr im naechsten Post...

Tuesday, January 15, 2008

Suicidals - Von Karangahake nach Wairoa

Es gibt in Neuseeland eine Art Vogel, der haelt sich am liebsten auf Strassen auf. Dort sitzt er mit seinen Freunden, waermt sich die Fuesse, pickt was auch immer aus dem Asphalt und wenn ein Auto kommt, dann guckt er bloede. Ich habe diese Voegel Suicidals getauft, denn sie fliegen wirklich immer erst im letzten Moment weg. Und dabei gibt es soviel tote Tiere auf den Strassen Neuseelands, da koennte man doch meinen, die Suicidals haetten ihre Lektion gelernt. Ich habe folgende Theorien entwickelt. (a) Wie der Name schon sagt, finden diese Voegel das Leben eigentlich eher doof, und moechten gerne sterben. Allerdings ist es in ihrer Gesellschaft ein Tabu, einfach aufzuhoeren zu existieren. Daher treiben sie sich auf den Strassen herum, in der Hoffnung, eines der 100kmh schnellen Autos wuerde ihrem Leid ein Ende bereiten. Tja, da sind sie bei mir an der falschen Adresse. Ich habe es bisher geschafft, allen auszuweichen, und ich werde Putu einen Sticker basteln: Ich bremse auch fuer selbstmoerderische Voegel. (b) Typisch fuer Neuseeland sind diese Voegel vielleicht einfach Adrenalin-Junkies, die sich gegenseitig auf die Probe stellen und wer einem Auto zu frueh ausweicht wird ausgelacht. (c) Da in Neuseeland flugunfaehige Voegel sehr haeufig sind (gab in der Vergangenheit kaum Jaeger, daher haben viele Arten das Fliegen einfach bleiben lassen), haben sich die Suicidals gedacht, das koennen wir auch. Wahrscheinlich gilt fliegen einfach als uncool.
Sonderbarerweise fliegen die Suicidals nicht weg, wenn ich kleiner Speed Demon mit Hundert Sachen angerauscht komme, ergreifen jedoch die Flucht, sobald ich anhalte, um ein Foto zu machen. Ich habe fuer diesen lahmen Shot 2 ganze Wochen gebraucht:



Soviel zu diesem spannenden Thema. Nach meinem letzten Eintrag aus dem Karangahake Gorge ist natuerlich wieder einiges zu berichten. Habe jetzt endlich mal die beruehmten Kiwi-Gluehwuermchen gesehen. Haben uns in der Nacht aufgemacht und sind durch den Wald gestolpert, beobachtet von tausenden von Augenpaaren, die in der Dunkelheit funkelten. Dann hinein in eine Hoehle und es war als haette die Hoehle keine Decke und als koenne man in den Sternenhimmel schauen. Die ganze Decke war voller Gluehwuermchenkonstellation. SCHOEN! Wir bleiben einen weiteren Tag im Golden Owl Hostel und geniessen das Nichtstun und ich das Nichtfahren.

Danach hab ich ein wenig die Ostkueste bereist (Bay of Plenty bis Hawkes Bay). Zuerst haben wir das Surferparadies Mount Maunganui aufgesucht. Dieser Strand ist kein typischer NZ-Strand mehr, er ist voller Menschen, hat seine ersten grossen Hotels und wird wohl in 5 Jahren aussehen wie ein Urlaubsparadies in Spanien. Da war der kleine Watt-Strand in Omokoroa schon schoener (da hatten wir unsere mittaeglichen Sandwiches). Wir campen wieder wild auf einem (etwas groesseren und bewachsenen) Felsen im Wasser, am Fuss des Mounts (232 m). Am naechsten Morgen (wir versuchen unser glueck mit dem Sonnenaufgang, aber er ist nicht ueberwaeltigend daher legen wir uns wieder hin) besteigen wir den Berg. Und Gott es ist heiss! (haben seit einer Woche Bombensommerwetter), da haben wir uns eine ganz schoene Aufgabe gestellt. Schaffen es ohne Verletzte und Tote, werden jedoch von so ziemlich allen anderen Leuten ueberholt (die leute joggen da hoch! bei gefuehlten 30 Grad!). Danach verlassen wir Touristi/Surfer Town und fahren weiter durch den Sommer, durchqueren Kiwiland (spreche ausnahmsweise mal von der Frucht), kaufen Saft und Fruechte und machen mal wieder an einem halbwegs einsamen Strand suedlich von Te Puke Rast. Und was passiert? Das Auto springt nicht mehr an. Trotz nagelneuer Batterie. Ja, ich gebe zu, das Batterielicht hat meistens gefunkelt aber bei unserer Autobatteriekaufaktion (siehe Cape Reinga Posting) meinte der AA-Mann (=ADAC), das liegt vielleicht an der Elektronik im Amatourenbrett, daher hab ich das fleissig ignoriert. Naja, nu haben wir den Salat. Zum Glueck bin ich AA-Mitglied, und so kommt Andrew um uns zu retten. Er gibt uns Saft und schickt uns zu einem Autoelektriker in Whakatane, um die Lichtmaschine reparieren zu lassen. Unterwegs bleiben wir noch zwei mal liegen (soooo tot die Batterie!), aber Andrew faehrt zum Glueck hinter uns und beschliesst schliesslich uns abzuschleppen. Nu hab ich auch das noch mal erlebt. Leider hat die Werkstatt schon zu, daher schlafen wir die Nacht im Auto, vor der Werkstatt, in einer Shelltankstelle. Das war witzig. und wenn man Putu schoen umraeumt ist das sogar bequem. Fast wie ein Bus :) Den naechsten Tag verbringt Putu im Autokrankenhaus und wir mit Stadtbummel und Kino. Ich glaube die Leute in der Werkstatt halten mich (der Wahrheit entsprechend) fuer ein bisschen gaga ("Fruitloop" nennt mich James) weil ich mich nicht nur von Putu verabschiede sondern ihm auch noch Blumen ans Krankenbett bringe. Putu hat jetzt naemlich auch noch einen Kaktus (der hat auch nen Namen: Koha, kurz K). Ich glaub Putu hat sich darueber gefreut, auch wenn mich alle fuer meschugge halten. Dieses Auto hat eine Seele! Und jetzt faehrt er, ohne das irgendwelche Lichter blinken und schnurrt durch die Lande. Ich glaube ich hab ein glueckliches (wenn auch ein bisschen dreckiges) Auto.

Nach einer weiteren Nacht am Strand verlassen wir die Kueste und fahren durch eine wunderschoene Schluchtenlandschaft (Waioeka Gorge) Richtung Gisborne. Wir wandern ein bisschen, da es mal nicht so heiss ist, und treffen einen Jaeger, der seine Hunde sucht. Die scheinen sich verlaufen zu haben. Leider hab ich zu spaet reagiert und kein Foto gemacht. Dieser Maori hatte ein unglaublich lebendiges und zerfurchtes Gesicht und ach, meine Worte nuetzen hier nicht. Die Wanderung fuehrt uns durch Dickicht und Unterholz und wir muessen zwei Fluesse durchqueren, einen ueber Stein und Fels und einen durch eine Furt. KALT!! (Wandern inklusive Kneippkur ;o)
Am spaeten Nachmittag verlassen wir SH2 und folgen einem Staubstrasse mitten hinein in die Huegel. Treffen Schaf- und Rehherden und finden einen wunderschoenen total abgelegenen Platz fuer TinyB, an einem plaetschernden Bach mitten im Gruenen. James nennt die Landschaft "Lord-of-the-Ringsy" (auch wenn er nix davon gelesen oder gesehen hat...), koennte eine Mischung aus Auenland und Baumbarts Reich sein, nur dass es keine Baeume gab. aja, siehe Fotos.
http://picasaweb.google.com/Celebdae13/EastCoast

Und so verbringen wir eine Nacht auf einer Schafweide, und wer mich kennt dem ist klar, dass ich in dieser Nacht garnicht anders konnte, als zu traeumen, Schafe wuerden TinyB anknabbern.

Nach einem halben Tag in diesen Bergen kehren wir zum SH2 zurueck und fahren weiter nach Gisborne. Dies ist die Stadt, die als erste in NZ den Sonnenaufgang sieht. Silvester war hier ne fette Party, denn hier kommt das Neue Jahr als erstes an. Die Stadt selbst ist ganz niedlich, direkt am Meer und wirkt leicht kalifornisch. Leider mal wieder voller Surfer, und da Sonntag, total ausgestorben. Wir machen ein paar Fotos von James Cook: der ist naemlich bei seiner "Entdeckung" von NZ hier an Land gegangen und hatte ersten Maori-Kontakt (6 Tote). Da das alles ein bissi schiefgelaufen ist, konnte er nicht wie geplant seine Vorraete aufstocken und taufte die Bucht Poverty Bay. Den Namen traegt sie noch heute, auch wenn das ein recht reicher Fleck ist (Weinbau, Obstanbau, Kumarafelder). Danach ziehen wir weiter, Touristaedte haben wir mit Taupo und Rotorua noch genug vor uns. Wir campen suedlich von Gisborne an einer Flussmuendung in einer halbtoten (hinsichtlich Vegetation) halblebendigen (viele Bodennistende Voegel wohnen zwischen all dem toten Holz) Landschaft. Bin nicht sicher ob das alles angeschwemmtes Holz ist oder ob hier mal ein Sturm das Kuestenwaeldchen beseitigt hat. Hier schaffen wir auch endlich mal nen anstaendigen Sonnenaufgang zu sehen und dann gehts weiter nach Morere, wo wir in den Hotsprings abhaengen. Nachmittag wirds aber dann doch zu heiss und wir fahren weiter auf der Suche nach einem Haengemattenbaum. Gar nicht so leicht hier. Wir finden einen, aber um ihn zu erreichen, muessen wir erst ein bisschen durch den Sumpf waten. Nach einer Stunde Nickerchen muessen wir aber doch wieder die Flucht ergreifen: die Sandfliegen fressen uns auf. Elende Blutsauger. Und so verschlaegt es uns denn nach Wairoa, einem kleinen Staedtchen eine Stunde suedlich des Waikaremoana-Sees. Wir goennen uns Hostelluxus in einem Homestay, d.h. mit einer Familie. Sie Paheka, er Maori (gesichtstaettowiert, Schafscherer) und bleiben wieder zwei Tage, so dass ich bloggen kann, und Fotos hochladen und wir ein bisschen erholen (es ist einfach zu heiss fuer irgendetwas anderes) und vielleicht kann ich heut abend ein bisschen was aus erster Hand ueber Gesichtstattos erfahren. Da gibt es ja zwei Seiten, das Traditionelle Moko, das etwas ueber die Genealogie und den Traeger aussagt, und das Moderne Moko, das ein Bestandteil des Gangproblems in Neuseeland ist. Aber dazu ein andermal mehr.

Monday, January 7, 2008

Verschollen - von Paihia nach Coromandel

Endlich wieder am Computer :) Es hat ja eine ganze Weile gedauert jetzt, und natuerlich hab ich inzwischen viel erlebt. daher hier in chronologischer Reihenfolge:

31.12.
Wie angekuendigt war ich am letzten tag des jahres 2007 tauchen. Es war so WWWWOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOWWWWWWWWWWWWWWWW!!!!!!!!!!!!!!!!!1. Wracktauchgang am Greenpeace Schiff Rainbow Warrior (http://de.wikipedia.org/wiki/Rainbow_Warrior). Wundervoll. Das Wrack ist inzwischen ein Riff, nicht riesig, da oft betaucht aber schon cool. Wenn man in den Maschinenraum leuchtet, guckt einen ein Schwarm Fische an, eine weisse Moraene schlaengelt sich aus einem loch heraus, Nudis ueberall... Einfach geil. Das Meer war total ruhig, Sonne, kaum Wind, beste Konditionen seit Wochen - mal wieder stellt sich heraus, dass alles im Leben seine Richtigkeit hat, auch krank sein, denn dann kann man alle Tauchgaenge bei bestem Wetter machen ... Nach dem Mittag war die See dann etwas weniger ruhig. Wir sind zu einem anderen Tauchplatz vor den Cavalli-Inseln gefahren, der The Tunnels heisst. Diese Tunnel sind mit ein wenig Seegang der absolute Spass zum Betauchen, denn die Wellen schwappen einen hin und her. Das war der funkigste Tauchgang meines Lebens. Zum Sehen war es etwas anstrengend aber wir hatten viel Spass, hab ziemlich viel Luft gebraucht weil ich die ganze zeit gelacht habe. Nach diesen Tauchgaengen waren wir (IR-Laura und ich) super erschoepft. Eine Ladung Pommes hat uns wieder auf die Beine gebracht. Danach haben wir auf der Terrasse gesessen und mit dem Feiern begonnen. Paihia war eine einzige Party. Um Mitternacht gabs ein kleines Feuerwerk am Strand, inklusive Silvesterschwimmen (unter dem Kreuz des Suedens an Neujahr im Wasser! unglaublich), danach ne Runde Spazieren und ein bisschen Tanzen im Toast. Danach noch mal schwimmen mit IR-Laura, wobei wir ein wenig besorgt waren, dass jemand unsere Sachen klaut und wir nackig nach Hause gehen muessen...).Nicht das beste Silvester meines Lebens aber sicher nicht das schlechteste.

01.01. Paihia
Bin relativ frueh aufgestanden und hab beim Neujahrsputz geholfen. Mittags haben wir Elina (FI) mit einem Katerlunch aus Burgern und Pommes verabschiedet, und danach hab ich einen Abschiedsbesuch bei EN-Laura und Kate gemacht (schnueff, miss u guys!!!) Letzter Abend im Pickled Parrot, aber kein Bett mehr frei fuer mich, daher schlage ich zum ersten mal mein Zelt auf, auf dem Aussichtspunkt ueber Paihia. Ich taufe es TinyB, denn es ist winzig und blau (b=blue). Ich mag es sehr. Vielversprechend emotional dieser erste Tag des Jahres. Ich glaube 2008 wird der Hammer.

02.01. - 03.01. Baylys Beach
Unglaublich aber war, ich verlasse Paihia. Beschliesse, doch noch das Teleskop im Westen des Nothlands aufzusuchen, und fahre also wieder entlang der schoenen Strasse durch den Kauriwald nach Baylys Beach bei Dargaville. Mache Pausen an schoenen Orten fuer Fotos. Angenehme Fahrt. Baylys Beach ist winzig (2 Restos/Imbisses, Astrocenter (kleines huettchen), ein paar Haeuser, grosser Strand, that's it). Die Sternenguckerei ist genial, wieder hab ich den perfekten Zeitpunkt abgepasst, denn es ist klar, hat keinen Mond und ich sehe Uranus und Mars, Orionnebel, m43, Globular Cluster (weiss immer noch nicht genau was das ist, aber ich finds raus) und vieles mehr, aber vor allem achtung jetzt kommts: magellansche Wolken! man kann die ja mit blossem Auge sehen!wowowowow. Danach bau ich mein zelt am strand auf und schlafe. Sterne, wellen, wind, wunderbar. Ich verschlafe den groessten Teil des naechsten Tages. Bin wohl recht fertig ohne das genau zu wissen. Schwimme ne Runde in der Tasman Sea, und beschliesse, erst am naechsten Tag weiterzuziehen. Also Strandbummel und wieder ins Bett.

04.01. Dargaville - Coromandel Peninsula
Breche mein Zelt frueh ab und fahre nach Dargaville. Ein Tag in Town. Bummeln und Shopping (Camping-Equi: Matratze, denn inzwischen schmerzt der Ruecken und Kocher sowie Essen fuer ein paar Tage). So langsam reichts jetzt mit Nordland, also fahre ich nun doch endlich mal nach Sueden. Und jetzt kommt wieder eines der verrueckten Dinge des Lebens: Wer steht suedlich von Auckland am Strassenrand mit erhobenem Hitcher-Daumen? James! Damit ist die Frage, wer denn nun mit mir Benzin teilt, auch erledigt, denn jetzt hab ich fuer ne Weile eine Reisebegleitung. James meint, Rotorua koenne warten und ich soll auf jeden Fall Coromandel abchecken, also fahren wir dahin. Die Halbinsel ist wirklich schoen, gruene Bergruecken in der Mitte und wunderschoene Straende. Schlagen das Zelt in Whakatete Bay auf, ich koche mein erstes Essen mit meinem neuen Kocher bei Sonnenuntergang, ein strand ganz fuer uns allein. Toll.

05.01. Coromandel - Whitianga
Wir folgen der Strasse nach Norden, die Kueste entlang nach Coromandel Town (kleine Touristaedtchen, und wegen Neujahr und so ist sie voll, allerdings vor allem mit reisenden Kiwis, die hier ihren Urlaub verbringen. Interessantes Flair. Von hier aus gehts quer ueber die Halbinsel nach Whitianga, ueber diesen malerischen bewaldeten Bergruecken, ach was versuch ich hier Worte zu finden, sobald ich wieder eine schnellere Internetverbindung habe, lade ich die Fotos hoch. Wir kochen am Strand von Whitianga und fahren dann weiter zum heissen Strand (Hotwater Beach), wo wir unser Zelt aufschlagen.

06.01. Hotwater Beach - Waihi Beach
Ein weiterer Hammersommertag, also Strand Strand Strand. Nun gehts wieder nach Sueden. Schlafen in Waihi Beach. Leider mussten wir heut ohne Abendbrot ins Bett, naja nicht wirklich, aber zumindest ohne ne warme mahlzeit, denn der Kocher ist leider kaputt gegangen und unsere Reparaturversuche enden in einer Stichflamme :) Keine Sorge wir hatten Wasser parat und es ist nichts passiert. Wir verschieben den Rest der Reparatur auf Tageslichtzeit und begnuegen uns mit Sandwiches.

07.01.
Reicht langsam mit Straenden, oder? Wird mal Zeit fuer einen kleinen Spaziergang durch Felsen und Wald, also fahren wir Richtung Paeroa zum Karangahake Gorge. Das beste daran: Wir goennen uns den Luxus eines Hostels, das heisst ich bin endlich mal wieder frisch geduscht, kann diesen Blog schreiben und werd heut in einem Bett schlafen. juhu.so genug geblogt fuer heute. Fotos muss ich verschieben, weil dies hier nur ne Modemverbindung ist. Werd mich jetzt auf meinen Spaziergang aufmachen. Wenn ihr wieder ne Weile nix von mir hoert, wundert und sorgt euch nicht, hab jetzt kein Basislager mehr sondern fahre rum und campe in der Wildniss, daher kann es immer ne Weile dauern bis ich mich melde.Auf jeden Fall gehts mir SAUUUUUUUUUgut! hoff euch auch. CUround

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