Sunday, December 30, 2007

noch 1 Tag 2007

ICH WAR ENDLICH TAUCHEN!!!!!! nachdem ich den 27. mit chillen und rumbummeln verbracht - und abends mal wieder ein paar neue Sternbilder abgecheckt habe, war es gestern endlich so weit: nach einer nacht im zelt (das hostel (http://www.pickledparrot.co.nz/) ist ueberbucht und wir zelten jetzt im garten) haben wir uns um 6 uhr morgens aufgemacht und sind in meinem kleinen SpeedDemon nach Tutukaka (bei Whangarei) gefahren. Putu ist jetzt noch schoener, er hat naemlich einen wunderschoenen Dreamcatcher geschenkt bekommen, selbstgemacht aus der Wurzel eines Pohutukawas und Muscheln vom Strand in Paihia, und er ist total gluecklich drueber. Ich auch.
Jedenfalls, Tutukaka rauf aufs Boot und raus zu den PoorKnights. Wow endlich wieder mein Ohne-Drogen-High! Hab natuerlich viele Fische gesehen, richtig grosse Stachelrochen, und Nudis und Weichkorallen und geniale Fels- und Hoehlenformationen und und und. Wasser hat 18Grad aber das war alles ok. Bin mit ner Britin namens Janna getaucht, die war genauso crazed wie ich, einfach schoen. Hat auch alles erstaunlich gut und problemlos funktioniert... Hach, ENDLICH!
Heute ist wieder chillen angesagt. Werd mich gleich an den Strand aufmachen, und vielleicht spaeter mal Jetski fahren, aber nur vielleicht ... Morgen geh ich wieder tauchen und abends werd ich mich so richtig schoen abschiessen! Ich schreib euch wieder im neuen Jahr.

Bis dahin - und sorry dass es keine Mails von mir zu diesem Thema geben wird, bin echt zu faul!! - GUTEN RUTSCH UND DIE ALLERBESTEN WUENSCHE FUER 2008!!!!

Thursday, December 27, 2007

xmas im sommer

so, mein erstes Weihnachten in der Sonne ist nun vorbei und es war grossartig. Habe ja das Problem, dass sich mein ehemaliges "ich bin ein Weihnachtskind und steh voll auf die Deko und die Musik und den ganzen Klumquatsch" ins gegenteil verkehrt hat und ich den xmas spirit nicht kriege. aber der ist in der Sonne natuerlich ganz was anderes. es fuehlt sich eh nicht weihnachtlich an, man hat einfach zwei tage sommerparty!!
Am 23. war ich wieder den ganzen Tag in den heissen Quellen rumgelegen, hab maorigeschichten gelesen und entspannt. James und ich hatten die Quellen teilweise ganz fuer uns allein (am Anfang waren noch 2 buddhistische Moenche da, die waren der Hammer - 30 minuten ohne eine einzige bewegung ...). wir waeren wohl einfach bis zur schliessung dageblieben aber dann kam eine horde deutscher Anfangzwanziger und die waren so laut und unangenehm wie es unserem Ruf im Ausland entspricht. da haben wir das weite gesucht. Der 24. war der hammersommerstrandtag. Wir waren etwas suedlicher in der Helen's Bay. Strand sonne wellen meer, ich war schwimmen - mein alter freund Husten verlaesst mich langsam, aber ich vermiss ihn nicht ;) Seufz
Die Fahrt zum Teleskop haben wir gelassen, mit einem fast vollen Mond kann man die haelfte des himmels eh nicht sehen und ausserdem kamen Wolken auf, da haette sich ne 2 h fahrt + schlafen im auto irgendwie nicht gelohnt. Also sassen wir einfach am Strand, haben ein paar sterne durch die wolken beobachtet den wellen gelauscht und das leben genossen ... Im Hostel war dann der 25. der grosse Weihnachtstag. es begann mit Lauras (IR) Weihnachtsschwimmentradition, danach gabs sektfruehstueck und dann sassen wir einfach den ganzen tag rum, haben gelacht, gequatscht und getrunken. Und das schlimmste war: ich hatte den Spirit! es war einfach garkein weihnachtsstress, geschenke, werbung all die schei***e sondern nur liebe freundschaft lachen. wunderbar. abends gabs Potluck Party: alle Hostelbewohner haben jeweils 1-2 Gerichte gekocht und wir hatten ein Riesenfestmahl. Und natuerlich mehr Alkohol. Wir haben getanzt und Twister gespielt (mit 2 Promille ein grosser Spass!) ... Party halt.
Gestern "musste" ich mit James wieder zur Helen's Bay fahren, denn James laesst immer irgendwas liegen (Klamotten in den Hotpools, sein Strandtuch in der Bucht) und so waren wir also auf "Sarong Retrieval Mission". Und es lag auch noch da! Da das Wetter wieder fantastisch war, bin ich jetzt schoen braun.
Heute sind zwei der Maedels abgereist, die seit mehreren Wochen hier im Hostel gewohnt haben, Franzi und Nico (DE). Diese beiden Sonnenscheine werden hier echt fehlen. Wir standen alle da, und haben gewunken und versucht nicht zuviel Abschiedsschmerz zu empfinden. Ist recht leicht in NZ, das Land ist so klein, dass man sich wahrscheinlich ziemlich bald wiedersieht. Trotzdem ... schnueff


So, das wars fuer heute. Mir gehts gut, hab sonne auf der haut und im herzen, hab meinen Tauchgang fuer Silvester gebucht und fahre wahrscheinlich am Samstag auf die Poor Knight Islands zum Tauchen (einer der TopTenTauchplaetze der Welt (hab ich das schon erwaehnt?) ) und dann schauen wir weiter.
Bin froh dass ich geblieben bin, denn jetzt ist ALLLLLLES GUT!

Sunday, December 23, 2007

Kiwijagd

endlich habe ich eine entscheidung getroffen: ich bleibe ueber weihnachten hier, vielleicht sogar bis neujahr. noch immer sitzt der schei*** husten in meinen bronchien, werd wohl morgen mal nen doc aufsuchen. wahrscheinlich schaff ich es doch nicht tauchen zu gehen, denn irgendwie wird mein koerper nicht gesund. trotzdem bleib ich, denn ich hab hier viele nette menschen, und mit denen wird weihnachten - auf das ich echt keine lust habe aber zum glueck fuehlt es sich eh nur wie standardpartymachen an - wahrscheinlich lustiger als alleine im Auto... Am 20. hatten wir den ersten echten Sommertag mit chillen sonnen strand. hab zwar auch den tag vorher schon am strand gelesen und badminton gespielt (mit Marco, dem alten Ufologen :) aber es war doch eher gefaketer Sommer. Aber der 20. war echt hammer. Als es gegen spaetnachmittags kuehler wurde sind wir in ein Hotsprings Spa gefahren und haben bis abends um 8 in heissen schwefelquellen gelegen. Das war toll, man wollte gar nicht mehr raus (abgesehen davon dass man danach nach faulen Eiern stinkt ist das wirklich schoen...). Abends waren wir dann Ron Ass verabschieden, er hat nen Job und zieht aus dem Saltwater aus, und wir haben gefeiert. Ich hab zum zweiten Mal in meinem Leben Pool "gespielt" (jaja, ich habs mir von Dwayne (local guy) zeigen lassen und mich laecherlich gemacht, aber da ich mich ja nie zum Karaoke breitschlagen lasse muss ich mir halt andere Peinlichkeiten suchen...). Tag danach war dann wieder abhaengen und faul sein (shitty wetter).

Gestern hab ich mich mal wieder aufgemacht, war mit Sandra in meinem kleinen Putu cruisen, spazieren auf dem Golfplatz am Meer, auf den Mt. Bledisloe (4** ft. hoch - der Stein mit der hoehenangabe war zerbrochen aber man hatte nen schoenen Blick) und zu den Haruru Falls. Abends bin ich dann mit James (GB) und Johan (NL) auf Kiwijagd gegangen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kiwi_%28Vogel%29

Das war das lustigste Abenteuer, zunaechst ueber den Golfplatz (im Kiwigang und mit Kiwilockruf) dann durch den Wald (alle Kiwis haben natuerlich schnell das weite gesucht) und dann haben wir uns einen schoenen Baum gesucht, auf den wir geklettert sind (hab ich schon mal erwaehnt dass ich hoehenangst habe?) es war grossartig. Natuerlich konnten wir nicht lang genug die Klappe halten um wirklich Kiwis zu sehen, aber wir haben einen Kiwisong gesungen und verschiedene Tierlockrufe (schon mal Fledermauslockruf gehoert? :)) ausprobiert und hatten auf jeden Fall viel Spass. Leider haben uns die Muecken total aufgefressen, deshalb mussten wir dann doch unverrichteter Dinge wieder los. Vielleicht bauen wir eine Kiwifalle (Stolperdraht, einen Graben dahinter, direkt unter unserem Baum, dann koennen wir heut abend ein ganzes Rudel in der Grube beobachten... und ihnen unser Lied vorsingen, das gefaellt ihnen sicher...)
Da wir nen tollen Sternenhimmel hatten, hatte ich die Sternenkarte dabei und wir haben dann auf dem Golfplatz noch Sterne geguckt. Jetzt hab ich endlich das Kreuz des Suedens gesehen! Yeeehaaa! Und das Wintersechseck nur andersrum, und den Zwilling und Krebs (kamen grad ueber den Horizont) und den Anfang vom Zentaur (ich glaub den kann man auf eurer Seite der Welt nicht sehen). Hach. Schuetze wird wohl wieder nix, der kommt erst nach Sonnenaufgang ueber den Horizont. naja, was solls. Auf jeden Fall an dieser Stelle ein Hoch auf meinen Haus- und Hofastronom und sein Geschenk mit herzlichen Gruessen und Bedankungen auch von James und Johan !
Frage in die Runde: wie find ich raus wann wo welche Planeten stehen?

So, jetzt ist Schluss. Werd heut wahrscheinlich wieder n bisschen rumfahren und mal gucken, ob das Skydome Observatory in Baylys Beach offen ist und uns mal durchs Teleskop gucken laesst. Ansosnten is das Wetter wieder wechselhaft, von daher fahren wir vielleicht wieder in die heissen quellen. mal schauen. Der Rest NZ muss noch auf mich warten ...

Kuesse und Vermissungen

p.s.: neue fotos im u.g. Album

Tuesday, December 18, 2007

P.S.

ein paar, nur wenige, Nordlandfotos unter

http://picasaweb.google.com/Celebdae13/Northland

und: hab meine deutsche handykarte nicht mehr in meinem handy. hab jetzt ne NZ-nr. wer mich kontakten will, bitte kurz per mail nachfragen, will keine telenummern hier posten.

umgezogen - aber immer noch Paihia

ich habe die saltwater lodge verlassen. hier haben einfach schon zu viele leute mitbekommen, wie verspult ich bin. Hab immer wieder vergessen, bescheid zu sagen, dass ich länger bleibe, hab vergessen zu bezahlen und so weiter. als ich auf dem Segelboot war, hab ich Louise (CA) kennengelernt, die im Pickled Parrot wohnt. Da wir Fotos ausgetauscht haben, hab ich sie dort besucht, mich in das Hostel verliebt und nun bin ich hier, wahrscheinlich sogar ueber Weihnachten. Meine Erkaeltung verhindert Tauchen fuer noch mindestens 3 Tage, und ab Weihnachten brauchen sie hier wieder Personal, also bleib ich vielleicht einfach bis Ende des Jahres hier. Ich weiss nicht, was mit diesem Ort hier los ist, aber man bleibt einfach haengen. hab soviele Leute getroffen, bei denen die Bay of Islands die erste Station war, und die immer noch hier sind. Das Wetter ist immer noch eher fruehlingshaft als sommerlich, aber trocken. kann mir nicht vorstellen, dass man hier am Strand liegen kann, aber sie erzaehlen mir alle davon, dass sie das bis vor vierzehn tagn noch regelmaessig getan haben. naja, macht nix, trotzdem ist das leben schoen: vormittags lass ich es meist ruhig angehen, entspanne mich, fuehle mich urlaubig, und nachmittags cruise ich mit Putu, meinem kleinen Honda, durch die Gegend. Vorgestern waren wir (marcus, laura, agnes und ich) im Waipoua Forest, dem Wald mit den groessten Kauribaeumen. Das war unglaublich. Erstens windet sich die Strasse wirklich wunderschoen durch den Wald, zweitens gibt es wunderschoene wanderwege, zum groessten Baum Neuseelands, dem Gott des Waldes (Tane Mahuta, Stammumfang >17m!) und dem Vater des Waldes (Te Matua Ngahere, >2000 Jahre alt). Jetzt hab ich die Kamera voller Baumfotos. Es war so atemberaubend! Die Fahrt war echt schoen, die Sonne kam gelegentlich raus, und wir hatten auf der Rueckfahrt sogar einen echten orangeroten Sonnenuntergang. Genial.
Gestern war ich dann mal kurz in Kerikeri, halbe Stunde nach Norden. kleines Kunsthandwerkerdorf mit dem aeltesten noch stehenden haus Neuseelands. Grad mal von 1836, hihi... Wir waren kurz shoppen (brauchte ne Taschenlampe) und dann am Kerikeri River entlang zu den Rainbow Falls, wieder Wald, wieder spazieren, wieder schoene Natur. Hach es ist schoen das Leben, auch wenn ich noch nicht wirklich weit gekommen bin...
Ich hab inzwischen auch ein paar meiner Suedhalbkugel-Forschungsauftraege umgesetzt. Zum Beispiel sass ich gestern abend am Strand mit ner Flasche Wein, und da riss ploetzlich der Himmel auf und da war er: ORION!! Und er stand auf dem Kopf!!!
Oh und noch was. Wenn der Mond zunehmend ist, dann steht er in die andere Richtung. Das heisst, er macht das "a" wenn er zunimmt. Das ist vielleicht verwirrend ey. Und die Korreoliskraft hab ich mir natuerlich auch schon ganz genau angeschaut. Nur noch nicht gefilmt. Fuer die Entdeckung des Kreuz des Suedens hats leider noch nicht gereicht, mit den Wolken immer.
So, ich werd mich jetzt mal wieder meinen Maorimythen widmen und danach geh ich an den Strand und werd mal angeln. Weiss zwar noch nicht, ob ich das kann, mal sehen wieviele Leute ich mit meinen falschrum geworfenen Angelhaken ich verletze, aber mit etwas Glueck (und jemandem der mir hilft) gibts heut abend frischen Fisch... (höhöhö)

Friday, December 14, 2007

Tucker Thomspson

"Die Sonne kommt, die Sonne kommt, sekundenlang ist es ganz still. Sekundenlang leuchtet es matt, dann gibt es ein heiseres Freudengebruell, es gruessen sich Sonne und Stadt"

Ich hab es doch tatsaechlich geschafft: Heute war ich segeln auf der Tucker Thompson, Nachbau eines beruehmten historischen Zweimasters. Ein ganzer Tag auf See, mit Sonne, Wellen, Wind. Herrlich. Wir haben in einer Bucht vor Robertson Island geankert, waren da schwimmen und sind auf den Huegel gestiegen, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Buchten und umliegenden Inseln hat. Auf der Rueckfahrt haben wir dann einen Fisch gefangen und sogar eine Minikanone abgefeuert.

Abends war ich mit Ursula, Laura und Marcus tanzen und trinken. War so lustig.
Dank euch allen fuer eure smses und mails. hatte nen tollen BDay. Und: Ich hab jetzt ein Auto!!! 1988er Honda Civic in weiss, fuer 650Euronen. Yeehaa. Jetzt kann ich machen was ich will. Oder doch nicht denn: Bin jetzt krank, total erkaeltet, boeser Husten, boeser Schnupfen, Fieber. Bin in ein billigeres Hostel umgezogen (Pickle Parrot, eine kleine suesse Lodge mit Hunden und Katzen. Wesentlich mehr Flair als Saltwater...). Jetzt bin ich also wieder auf Standby, denn zum Tauchen muss erst meine Nase abschwellen. Liege also rum, schlafe viel, werd heut mal mein Auto ausprobieren und in die Apotheke fahren. Fotos lad ich spaeter wieder. Inklusive eins von meinem kleinen Honda.
Spaeter mehr.

Thursday, December 13, 2007

Cape Reinga

nach einem weiteren Regentag in Paihia, den ich mit abhaengen, quatschen, Film schauen, Leute kennenlernen und alkohol recht gut ueberstanden habe hoerte es am dienstag endlich auf zu regnen. war zwar immer noch bewoelkt, aber zumindest konnte ich mal "trampen" gehen (trampen ist wandern auf Kiwi). es ging am Strand entlang, ueber einige kleine huegel und endete in einem mangrovenwald. es ist wundervoll gruen und saftig alles und es blueht. am schoensten ist der Pohutukawa-Baum, er blueht meist rot, manchmal gibts aber noch kleine weisse blueten extra, dann sieht er besonders eindrucksvoll aus. Und Pohutukawas gibt es hier en masse. Dieser Baum spielt natuerlich auch eine wichtige Rolle in der Mythologie der Maori. Aber dazu spaeter mehr. Abends gabs Hostelhanging ;) und Touristenbadeortdiscobesauefnis mit den anderen Festhaengern (aus IL, AU, GB, SV, NL, GR). Bunt ist das Leben... Aber eigentlich war dieser Tag doch gar nicht nennenswert, oder? Ha, zum Glueck gabs dann den gestrigen Tag, hier kommt was zum Erzaehlen: Roadtrip hurray! Laura, Ursula und ich haben uns in Marcus Honda Civis an die noerdlichste Landspitze Neuseelands fahren lassen (Cape Reinga). Hier stossen die Tasman Sea und der Pazifik aufeinander und es ist eine wirklich eindrucksvolle Landschaft. Ausserdem gibts einen Leuchtturm, viele tolle Wanderwege und viel Wind. Es war zwar immer noch groesstenteils bewoelkt, aber wir haben mindestens 6 mal den blauen Himmel durchschimmern sehen und ich glaube ich habe 9 Sonnenstrahlen gesehen. Cape Reinga ist ein heiliger Ort der Maori. Hier steht ein 800 Jahre alter Pohutukawa, ueber den die Seelen der Verstorbenen ihre Reise nach Hawaiki, die Heimat, zurueckkehren.
Auf dem Weg dort hinauf haben wir zunaechst unsere Fuesse in eine schoene Bucht im Pazifik getaucht (Cable Bay) und anschliessend noch in die Tasman Sea am 90 Mile Beach, der in Wirklichkeit nur 90 km lang ist, aber so klingts halt schoener. Ich war da dann auch das erste Mal in diesem Urlaub im Wasser ("Baden in der Tasman Sea - Check). Es war schweinekalt, hab mich also nur drei mal von den Wellen umhauen lassen und dann schnell raus. Bin auch immer noch erkaeltet, mal soll also nix riskieren. Auf dem Weg zurueck haben wir dann noch die grossen Duenen von mitgenommen. Auch eine irre Landschaft, gelbe Sahara, gruener Urwald, blaues Meer. Der kleine Honda fing dann irgendwann an, Spirenzchen zu machen (SpraWiLer: Woher kommt das Wort?). Wir haben ihn alle zusammen angefeuert, und er hats tatsaechlich geschafft uns aus der Kein-Handynetz-Zone und in das naechste Dorf zu bringen, dann noch rein in eine Tankstelleneinfahrt und ByeBye kein Lebenszeichen mehr. (Wir waren noch 2 Stunden von unserem Basislager entfernt...) Die schoene Maorifrau Shikira hat uns dann die Batterie geladen und wir waren voll beeindruckt. Kaum waren wir jedoch 7 Minuten aus dem Dorf raus ... stottottottott bye bye kein Lebenszeichen. Mitten in einer Kurve und bergauf. Yehaaa! Wir haben dann erst mal alle geschoben um ein bisschen von der Strasse runterzukommen, das war ein Spass! Und dann kamen unsere Engel aus dem nichts: Paula und Nigel, ein ueberwaeltigend grossartig freundliches Ehepaar (und das erste Auto was vorbeikam). Zuerst haben sie uns aus der Gefahrenzone geschleppt und dann haben sie sich um alles gekuemmert, AA angerufen und erklaert wo in der Pampa wir liegen, mit denen geklaert, wann jemand kommt usw. Und sie meinten, dass wir wohl nicht mehr nach Paihia zurueckkommen wuerden diesen Abend (AA schleppt einen nur bis zur naechsten Werkstatt) und dass wir auf jeden Fall bei ihnen uebernachten sollten und dass sie uns auch schon mal was zu essen besorgen, denn wir sehen ja so aus als haetten wir kein Abendbrot gehabt. !!!!Unglaublich, wie grossartig sie waren!!!! Die Kiwi go out of their way to help! Waehrend wir auf den Abschlepper warteten, hat wortwoertlich JEDES vorbeifahrende Auto angehalten, oder ist langsam gefahren, um zu fragen ob sie helfen koennten. In Deutschland wuerden sie hoechstens langsam fahren, um sich aufzuregen, dass man im Weg rumsteht. Unglaublich. Wir hatten aber Glueck, AA hat einfach die Batterie ausgetauscht, alles andere gecheckt und wir konnten tatsaechlich weiterfahren. Ich hab mich in den kleinen Honda echt verliebt, der uns extra bis zu einer Tanke brachte bevor er die Batterie aufgab... dazu spaeter mehr.
Gegen 11 waren wir dann wieder im Hostel.
Was fuer ein Tag!

Sunday, December 9, 2007

Stuck

Haenge fest in Paihia. Soundtrack "every day is like sunday" mit der Textzeile "in this seaside town that they forgot to bomb down come come nuclear bomb"

haette nicht gedacht, dass ich mich in der ersten Woche hier so negativ fuehlen koennte. Es regnet in Stroemen. Die einzige Sonne die ich bisher hatte, seit ich da bin, schien an dem Morgen, an dem ich Auckland verliess. In Paihia ist schlechtes Wetter seit ich da bin. Ich hatte fuer gestern ne Toern auf einem Segelboot gebucht, aber wir kriegen hier die Auslaeufer eines Wirbelsturms ueber Fidschi ab (oder so aehnlich wurde mir erzaehlt). Und daher gehen die Schiffe nicht raus. Man kann hier echt viel machen, schoen wandern, zum Wrack der Rainbow Warrior (Greenpeace) tauchen, zu den Poor Knights Inseln fahren, einem der Top Ten Tauchplaetze der Welt, schwimmen, segeln ...
Nur leider leider faellt all das aus!!! Es ist einfach nur frustrierend. Der Ort selber ist so ein typischer kleiner Urlauberort (Souvenirlaeden, Restaurants), der bei schoenem Wetter bestimmt ganz nett ist. Ich jedoch haenge fest. Habe am ersten Abend eine lustige Zeit mit ein paar Brits, Aussies und Kiwis verbracht, bin aber nicht mit ihnen aus gegangen, weil wollte ja gestern frueh raus. Waer ich mal, dann haett ich gestern den ganzen Tag lang Kater ausschlafen koennen... Naja, hab mich dann gestern morgen einer Gruppe von Englischlernern und ihrem Guide angeschlossen und das Treaty House in Waitangi besichtigt. Hier wurde die erste Verfassung Neuseelands unterzeichnet. Die Briten haben die wichtigsten Maori-Haeuptlinge des Nordens vereinigt, und mit ihnen einen Vertrag ausgehandelt, der Neuseeland unter die britische Krone brachte. Auf Grund einiger netter Uebersetzungsfehler behielten die Chiefs in der Maoriversion jedoch ihre Souveraenitaet, und hatten auch eigene Koenige hier. Auch hinsichtlich der Landverteilung gabs einiges an Missverstaendnissen. Ihr seht also, auch beruflich kann ich mich hier weiterbilden, und stosse wieder auf einige Beweise fuer die Bedeutung guter Uebersetzer ;) (alle kollegen bitte jetzt schmunzeln)

Nach drei Kaffees mit dem Kiwi-Guide der Gruppe (Grant) hab ich mich dann abgesetzt, und den Rest des Tages im Backpacker abgehangen. Hab ne neue Zimmergenossin (aus Karlsruhe, ist die Welt nicht niedlich) und war mit ihr ein bisschen "downtown" hohoho. Nach zwei Metern soaking wet. Egal. Um drei hab ichs nicht mehr ausgehalten mit der schlechten Laune und mit trinken angefangen. Gesellschaft hat mir Ass geleistet (ich moechte nicht die Story hinter diesem Spitznamen erfahren), ein Hollaender, der eigentlich Ron heisst. Der ist klasse, und wir haben den ganzen Rest des Tages zusammen getrunken, inkl. ausgehen in zwei Bars nebenan, eine mit Livemusik, die andere mit schrecklicher Musik zum Tanzen. War BY FAR nicht betrunken genug dafuer. Trotzdem besser als dieses Was-tu-ich-hier-Gefuehl vom fruehen nachmittag.

Heute dann neuer Anlauf in Sachen Segeln - wieder nuescht!!! Nun ja, ich hab jetzt zwei Moeglichkeiten, entweder ich hau hier ab, fahr nach Sueden und sag "fuck it" oder ich sitz das hier aus und warte auf die Sonne. Ersteres wuerde bedeuten, zwei der wichtigsten Dive Sites in Neuseeland ungesehen zu lassen. Daher versuch ichs mal mit Option zwei. Den Rest des Tages werd ich wohl schlafen und fernsehen.

Ach ja, und noch was fuer alle denen ich von meinen Geburtstagsplaenen erzaehlt habe (der einzige Plan, den ich fuer NZ hatte...) : Das faellt wohl aus. Schlafen am Strand ohne Zelt bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 50-75% ??? HAHAHA. Aber ich beklag mich jetzt mal nicht weiter, ich wollte ja lernen, keine Plaene zu haben und mit dem Flow zu gehen. Ich weiss nur nicht warum der Flow mich unbedingt in dieses Kaff gespuelt hat, ohne mir was zu tun zu geben.

So.

Saturday, December 8, 2007

Auckland - Bay of Islands

Auckland ist irre! Eine Stadt totaler Gegensaetze. Hab sie gestern wieder zu Fuss erkundet. Zunaechst bin ich in den westlichen Yachthafen (Westhaven) gewandert. Dabei muss man ueber eine Autobahn, und bei der Suche nach dem Weg hatte ich meinen ersten Kiwi-Kontakt (also abgesehen von Verkaeufern und dem Hostel Ward). Paula & John (45/50) aus Christchurch haben den gleichen Weg gesucht - sie wollten zur Harbour Bridge, und ich hab mich ihnen angeschlossen. Nach einiger Wanderung fanden wir den Weg und haben dann im Hafen zusammen Kaffee getrunken. Auf die Bruecke durfte man aber nicht zu Fuss, ausser mit Guide und Ausruestung fuer 130$ und das haben wir uns dann erspart. Danach bin ich durch Ponsonby gewandert. Mein Tipp: Wanna stay in Auckland, stay in Ponsonby. Schoenes Viertel mit tausenden von Cafes und Kneipen und coolen Laeden. Und dann bin ich noch in den Zoo gewandert. Als ich da ankam, war ich dann aber schon fusslahm, denn der liegt schon ein wenig ausserhalb des Zentrums. Aber es hat sich nicht gelohnt. Hab keine Tasmanischen Teufel gesehen, der Kiwi war in seiner Hoehle (konnte ihn nur auf der Ueberwachungskamera beobachten) und die Kaengus und Wallabys waren faul. Alle anderen Tiere hatten nicht genug Platz, hatte also mein typisches Zoogefuehl (will die Tiere sehen aber empfinde dann immer Mitleid...).
Der Rest des Abends war abhaengen. Bin immer noch jetlagged (kann morgens nicht laenger als bis 4/5 Uhr schlafen). Aber das wird.

Fotos im selben Album wie im letzten Post

Heute bin ich dann also nach Norden aufgebrochen, mit dem Stray Bus (man kauft ein Ticket fuer eine bestimmte Route, unternimmt unterwegs die eine oder andere Besichtigung, bekommt Rat und Tat zum Zielort, kann aber selbst planen, wann man von welcher Station aus weiterfaehrt). Nicht so schlechtes Konzept. Unsere geplante Kauri-Baum-Besichtigung fiel aber aus, weil wir wegen Strassenarbeiten nicht abbiegen konnten. War also letztlich nur ne unterhaltsame Busfahrt mit einer witzigen Maorifrau, die frueh halb acht schon aufgekratzt war als waer se druff...
Achja, und natuerlich: Erste Schafsichtung heute um 9:19 Uhr. Fotos folgen, wie versprochen ;)

Nun bin ich also in Paihia, an der Bay of Islands. Ein Nordwind kommt, UWa-Sicht ist awful, wird also erst mal nix mit Wracktauchen, aber ich bin hier ja ein paar Tage, vielleicht wirds noch. Fuer morgen hab ich mich erst mal zum Segeln verabredet, mal sehen, ob sie rausfahren (35 Knoten kommen). Trotz des bewoelkten Himmels bin ich gluecklich: Ich bin am MEEEER!!! Herrlich. Werd da jetzt noch ne Runde spazieren gehen. Es ruft die See...

Achja, und noch was: ScheissssssssOzonloch! Es war jeden Tag bewoelkt und trotzdem hab ich (ICH!) Sonnenbrand im Gesicht! von jetzt an nur noch LiSchuFa 30 !

Wednesday, December 5, 2007

Day one

Ich bin tatsaechlich da! Gesehen habe ich NZ das erste Mal um 16:45 Ortszeit, aus dem Flugzeug. Wir sind durch eine dicke dicke graue Wolkensuppe geflogen und dann war es da, das Reiseziel. Nach insgesamt 31 h Nettoreisezeit bin ich in einem echt schnuckeligen Holzhaus in Auckland angekommen. Das Wetter ist Jetleggeeignet - sprich es giesst. Ich war so geschafft, hab mir aber trotzdem meine Regenjacke angezogen und bin noch 1,5 h rumgewandert. Huegelig ist Auckland, auf dem einen das Stadtzentrum, Hochhaeuser usw, auf dem anderen gruen, kleine Holzhaeuschen (da bin ich). Dazwischen Industriehafen. Bis zum Wasser bin ich nicht vorgedrungen, das ist mein Plan fuer heute. Gut geschlafen - so ruhig hier, gar nicht wie Grossstadt. Hab mich gezwungen aufzustehen, werde jetzt noch ein bisschen rumchillen und mir dann mal meine Regenjacke anziehen und die Stadt erkunden. Die meisten hier regen sich auf ueber den Regen. Ich nicht. Soll es doch! In meinem Kopf scheint die Sonne. Ich bin hier! Kann es eigentlich noch nicht recht glauben. Erlebt hab ich natuerlich noch nichts, ausser halt fliegen. Das ging erstaunlich smooth alles, ich konnte sogar mindestens 3 h schlafen. Naja, und dann halt Filme schauen, was soll man sonst machen. So, bevor ich jetzt jemanden langweile, verschiebe ich weiteren Text auf eine Zeit mit mehr zu erzaehlen und mit mehr Konzentrationsfaehigkeit.
Kuesse an alle!

P.S.: Trotz dass ich jetzt mit dem Kopf nach unten herumlaufe, haengen meine Haare doch immer noch in Richtung Erde; und selbst wenn ich hochspringe, falle ich nicht ins Weltall. Es ist tatsaechlich wahr! ;-)

P.P.S.:
Bin zurueck von meinem ersten vollen Tag in Auckland und denk mir mal, ich mach nicht nen neuen Post auf hierfuer. Jetzt ist abend. Nachdem ich es ruhig angehen hab lassen, hab ich mich doch mal auf den Weg durch die Stadt gemacht, kaum dass der Regen ein bisschen nachliess. Hey, von etwas mehr als 4,2 Mio. Kiwis leben 1,3 Mio in dieser Stadt! Sie ist riesig, hat eine Ausdehnung von mehr als 1000 qkm! Ich hab mir mal die Innenstadt angeschaut - eine architektonische Meisterleistung aus Wolkenkratzern und alten Kolonialstilhaeusern. In dem Viertel mit meinem Hostel (Parnell) stehen vor allem kleine zweistoeckige Holzhaeuschen, und es geht ueberall bergauf, bergab, bergauf, bergab ... Naja, auf jeden Fall hats echt starke Kontraste hier, Meer, Industriehafen, Parks, Voroertchen BigCity ... Heute mittag bin ich von einem der beiden Haefen aus in den Hauraki-Golf gefahren (klar, wenn ich am Meer bin gehts als erstes auf ein Boot :-) und raus auf eine der vielen Vulkaninseln: Rangitoto. Der Vulkan ist vor 200 Jahren das letzte Mal aktiv gewesen und es war wunderbar dort. Ein sehr schoen beurwaldetes Inselchen ist das und ich bin auf den Gipfel gestiegen und hab in meinen ersten Krater geguckt. Fantastisch war das, die Voegel haben gesungen, alles war gruen und frisch nass geregnet und hat geduftet, wunderbar (Mangroven, die auf Lava wachsen, 15 Meter hohe Farne mit oberschenkeldicken Staemmen, Voegel in knalligen Farben ...)
Natuerlich lag der Kegel in den Wolken - von dem grossartigen Blick ueber den Golf und nach Auckland hab ich also nicht wirklich was gehabt, naja, ehrlich gesagt GARNIX. Ausserdem bin ich zusammen mit Ahren (hab ich im Hafen kennengelernt, Rettungsschwimmer aus SanDiego) noch auf Erkundung in Lavahoehlen gegangen. Allerdings mussten wir umkehren, da wir keine Lampen dabei hatten und uns in den Hoehlen sonst wohl die Fuesse gebrochen haetten. Naja, es war trotzdem eine wirklich schoene Erfahrung. Und ich bin nun doch schon voll im Urlaubs- und Erkundungsfieber!
Danach noch eine Runde durch die Stadt , hab mir alles angeschaut, was ich erlaufen konnte. Jetzt bin ich erstmal fusslahm. Muss mir erst noch eine Wanderkondition erarbeiten. Morgen mach ich mich dann mal auf in den Westen der Stadt, mal sehen wie es da ist. Fotos poste ich spaeter, ich glaub meine Zeit hier laeuft ab.
Naja, ich hab noch einiges von Auckland nicht gesehen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Soviel also dazu, bis morgen dann ...


Pics under: http://picasaweb.google.com/Celebdae13/AucklandRangitotoIsland

Monday, December 3, 2007

Der Abflugstag

Heute ist es soweit, mein Flieger geht. Aber erst um 23:30, genug Zeit also, um noch schön kirre und aufgeregt zu werden. Also mal davon abgesehen, dass ich nicht so gerne starte und lande, macht mich der Gedanke an den Flug eigentlich gar nicht so fertig. Ich kenn inzwischen den Frankfurter Flughafen ganz gut, bin also verhältnismäßig entspannt. Endlich ist es soweit, endlich gehts los. Abschied war intensiv, schmerzhaft, traurig, emotional, und zugleich auch wieder nicht so schlimm, denn die Aufregung, was nun kommt, übertüncht irgendwie jedes andere Gefühl. Oh mann, also ich bin ja eigentlich ganz ruhig, aber mann bin ich aufgeregt. So sitz ich nun hier, eine Tasse Kaffee in der Hand, vor mir ein großer Berg noch nicht verstautes Handgepäck und in mir die Frage: was wird wohl jetzt auf mich zukommen? Werd ich mich bald mal wieder ein bisschen "normaler" fühlen? (Nicht so kurz vorm Platzen, als wuseln Millionen und Abermillionen kleine Gedankenameisen durch mein System (-> Hex)). Mannmannmann...

Naja, ein weiterer Blogeintrag ohne eigentlich was zu sagen zu haben. Is ja nix passiert, geht ja nicht voran, sind ja immer noch 12 h bis zum Takeoff.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRGGGGHHHH

Susann/Susie/Sue auf Standbye

und hier noch die Wettervorhersage für Auckland:
Dienstag bis Freitag herrschen Temperaturen von 16-23 Grad. Heute sonnig, gegen Abend Aufzug von Wolken. Bis Ende der Woche bewölkt, ab Freitag Regen.

Na die wissen halt noch nicht, dass ich komme und ihnen Sonne mitbringe ;-)
Herrgott, es sind immer noch 12 h bis zum Abflug.

Standbyemodus ist nicht mein Ding. Ich werd jetzt alles fertigpacken und dann geh ich raus aus dem Haus. Sonst explodier ich.

Saturday, December 1, 2007

Leavin Heidelberg ...

... never easy...
Naja, ganz ehrlich, Heidelberg hatte seinen Reiz für mich schon nach dem ersten halben Jahr verloren. Klar, das Klima ist angenehm mild, die Landschaft ist ganz lauschig und man kann am Neckar auch mal ganz nett spazieren gehen, aber irgendwie ... ne. Und nun bin ich weg, und wenn es nur um Heidelberg ginge, dann wäre jetzt ein Seufzer der Erleichterung angebracht.
"Ja, aber." Wohl eine der häufigsten Satzeinleitungen in meinem Leben (man erinnere sich: Es gibt mehr als eine Wahrheit). Ich habe bewusst beinahe zwei Monate Zeit genommen, um mich von meinem Leben hier zu verabschieden. In den letzten vierzehn Tagen hat mich das dann aber ganz schön zerlegt. Ich habe so viele Worte geschenkt bekommen, dass mein Herz überfließt, so viel Kraft getankt, so viel Ego geboostet.
(An manchen Tagen hatte ich das Gefühl, ich komm kaum durch die Tür mit diesem Ego ;-) Wenn ich aber auch soviele große Worte geschenkt bekomme!)
Mir war acuh vorher schon bewusst, wie viele Menschen mich berührt haben in den letzten zweieinhalb Jahren, wieviel sie mir bedeutet haben, wie oft ich Freude, Spaß, aber auch Connection und Verständnis erlebt habe. Eigentlich schließt dieses Post direkt an das vorhergehende an. Ihr Menschen in Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Umgebung: Danke, dass ihr da wart, dass ihr seid wie ihr seid. Eure Abschiedsworte haben mich zutiefst berührt, und ich bin dankbar für jeden einzelnen von euch und die Rolle die ihr auf meinem Lebensweg gespielt habt! Bleibt wie ihr seid. Tragt Sonne im Herzen. Und Rockt das Haus!

Wednesday, November 21, 2007

Gaga

So, die Zeit hat sich offensichtlich aus ihrem Wackelpudding gelöst und versucht jetzt mit massivem Vorbeirauschen die Rumtrödelei wieder aufzuholen. Ich lebe seit Tagen zwischen Kisten, Wäschebergen, ungepackten Taschen, langen Listen von Dingen, an die ich noch denken muss, und und und. Zugleich sage ich mir, "lass dich nicht stressen", und ignoriere das Chaos geflissentlich. Viel wichtiger ist mir gerade, Zeit mit meinen Bekannten und Freunden hier zu verbringen. Daher tut sich auch derzeit nix in Sachen Organisation, daher gibts auch nur zwei Blogeinträge im November - aber hey, ich bin die ganze Zeit unterwegs :-) Emotional haut mich das alles um, denn obwohl gilt: eigentlich geh ich nicht so lange so weit weg, man wird sich bald wiedersehen, das Internet macht die Welt zum Dorf usw. nehme ich doch auch grad Abschied von einer Lebensphase, die mich sehr reich beschenkt hat. Ich freue mich natürlich auch auf die nächste, aber im Moment besinne ich mich wohl eher gerade auf die Zeit hier und den Spaß und die Abenteuer und die Erfahrungen, die sie mir gebracht hat. Chaos im Kopf.
Und obwohl ich ja die ganze neue neue deutsche Welle absolut nicht leiden kann, muss ich doch grad mal zitieren: Es war ne geile Zeit ...
Und danke, Leben, Leute, für alles.

Thursday, November 8, 2007

Maori Bits

Mir hat einmal ein Freund eine sehr schöne Geschichte erzählt. Sie handelte von dem Halbgott Maui, der einst mit seinen Brüdern hinaus aufs Meer fuhr, um Fische zu fangen. Er warf seine Angel aus, doch sie verhakte sich auf dem Meeresboden. Da die Brüder ihn immer verspotteten und er sich vor ihnen keine Blöße geben wollte, behauptete er, er habe einen gewaltigen Fisch an der Angel. Die Brüder sollten so kräftig rudern wie sie konnten. Und sie ruderten mit aller Kraft, bis die Angel eingeholt war. Was an der Angel des jüngsten Bruders hing, war jedoch kein Fisch, sondern ein Stück vom Meeresgrund. Wieder und wieder warf er die Angel, und stets zogen er und die Brüder Teile des Grundes hervor. Und so entstand Hawaii.

Was hat das mit Aotearoa zu tun?
Ich lese mich gerade ein bisschen in die Kultur der Maori ein. Die Vorfahren der Maori stammen von den verschiedensten Inseln Polynesiens. Sie nennen als Herkunft "Hawaiiki", was vermutlich so etwas wie Heimat heißt. Es ist das Land, aus dem sie kommen, und der Ort, den sie nach ihrem Tod zurückkehren. (See the connection?)
Und nun zur Maori-Legende der Entstehung Aotearoas: Der Halbgott Maui fährt mit seinen Brüdern zum Fischen aufs Meer. Er fängt einen gewaltigen Fisch. Während er den Göttern für ihre Gabe Dank und Ehre erweist, beginnen die Brüder, den Fisch zu zerhacken, um sein Fleisch für sich zu nehmen. Den Rest lassen sie liegen. So entsteht die Nordinsel Neuseelands, Te Ika-a-Māui (der Fisch von Māui). Und wenn die Brüder den Fisch nicht zerhackt hätten, wäre das Land nicht so zerklüftet. Mauis Kanu wird zur Südinsel, Te Waka a Māui (das Kanu von Māui).

Wenn man auf der englischen Wikipedia nach Maui sucht, findet man mehrere Seiten zu diesem Helden der Polynesier. Es gibt Sagen aus Tonga, Samoa, Tahiti usw. Offensichtlich war Maui ziemlich oft fischen :-)

Übrigens, Aotearoa heißt "Land der weißen Wolke" (weil die Häuptlingstochter im Kanu der ersten Ankömmlinge die Insel zunächst für eine weiße Wolke gehalten haben soll). Andererseits heißt aber Ao auch "der helle Tag", daher könnte es auch "Land der langen hellen Tage" heißen.

Und noch ein Übrigens. Das Wort "maori" heißt auf Maori eigentlich "normal". Die neuseeländischen Ureinwohner identifizierten sich über ihre Stammeszugehörigkeit. Erst als die Weißen kamen wurde ein Oberbegriff benötigt.

So, wenn ich mehr herausgefunden habe, erzähl ich euch mehr...

Monday, October 29, 2007

Life is what happens to you while you're busy making other plans

Da hatte ich also einen Plan vom Ende aller Pläne. Wollte ich mal meinen Kontrollzwang unter Kontrolle kriegen.

Ich hätte es ahnen müssen. Wie um mir zu zeigen, dass eine Lebenseinstellung wie "ich lasse es auf mich zukommen" bedeutet, dass man zulassen muss, dass alles anders kommt, bekam ich wenige Wochen nach dem Entschluss, am 30.12. ohne Rückflugticket nach Neuseeland zu fliegen und von da aus mal weiterzuschauen, eine E-Mail von meiner Alma Mater. Ob ich denn noch immer überlege, eine Doktorarbeit zu schreiben. Ob ich nach wie vor eine Universitätskarriere in Erwägung ziehe. Ob ich mich nicht auf eine gewisse irgendwann demnächst freiwerdende Stelle bewerben möchte. Es ginge irgendwann zwischen SS08 und SS09 los.


Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen auf der Welt, die sich über ein Jobangebot in einer für sie reizvollen Karriere ärgern. Aber genau das tue ich. Warum denn jetzt ver*** noch mal! Warum nicht in zwei Jahren. Oder meinetwegen drei Tage nach meinem Abflug. Aber wenigstens so, dass mein ungeplanter Lebensplan kontrolliert ablaufen konnte - ah ja, ich erkenne den psychischen Wachstumswert...

Während ich mir also vornahm, ab nächstes Jahr mal wieder etwas zu wachsen, hieß es "Erkenne jetzt, lerne jetzt". Pläne sind Schaum, der im Wind der Zeit verweht. Nun war also eine Entscheidung zu treffen.

Tausche ich sie ein, die Option auf totale Freiheit, auf Alles-hinter-mir-lassen, auf Seemann-werden, auf die-Welt-durchstreifen? Würde ich dies überhaupt tun? Ein Teil von mir träumt davon, vom Raus, vom Anderssein, ach was heißt träumt! verzehrt sich danach! Doch ein anderer Teil ist eben doch ein irgendwie angepasstes, mitteleuropäisches Mädchen mit dem Bedürfnis nach sinnvollen Strukturen. Oh! Der Riss! Durch die Seele!

Aber bedeutet nicht "alles zurücklassen" auch "ALLE zurücklassen"? Habe ich nicht Freunde, eine Familie im engeren und im weiteren Sinne. Habe ich nicht einst eine Liebe für mein Leben gesucht? Und gefunden?

Drei Tage später war die Entscheidung gefallen.

Und auch wenn ich vom großen Jahr Neuseeland plus plus plus erzählt, geschwärmt, geträumt habe - HA! Ende März bin ich wieder da. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge trete ich nun also schon in etwas mehr als vier Wochen die Kurzversion meines großen Projekts an. Und im Moment gerade könnte die Warterei wirklich mal vorbei sein, ich bereite mich nun schon so lange vor ...

T I C K T A C K



STECKT DENN DIE ZEIT IN WACKELPUDDING FEST????!!!







[Titelzitat von John Lennon, Beautiful Boy (Darling Boy) - und, ja, ich weiß, auch dies ist "tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert" aber was will man machen, ich sag ja, ich bin nicht kreativ genug für gescheite Überschriften!]

Tuesday, October 16, 2007

Der Plan vom Ende aller Pläne (zumindest vorläufig)

Dies sind die Hintergründe meiner Reise nach Aotearoa.

Warum gehe ich überhaupt weg? Fernweh. Stetig. Unauslöschbar. Beunruhigend.

Warum nun ausgerechnet Neuseeland? Wie immer ist das Beantworten solcher Fragen zugleich leicht und schwer. Möchte eigentlich am liebsten ein Weltreisender sein, der alle Orte sehen kann. Und während viele meiner Freunde und Bekannten sich aufmachten und herumreisten, wartete ich auf den Moment, da ich das Reisen mit meinem Freund würde teilen können, wartete auf den Moment, zu dem ich genug Geld hätte und unbekümmert würde aufbrechen können, wartete, dass mich jemand fragen würde, ob ich sie/ihn auf einer Asienreise begleiten möchte ...
Ich habe während des Studiums nicht schlecht gelebt, aber ich habe immer nur gejobbt, um das nächste Semester finanzieren zu können, nie genug, um mir ein Aroundtheworld-Ticket leisten zu können. Warum weiß ich heute nicht mehr. Zu faul, zu feige, mich allein aufzumachen, zu unreif. Ich weiß es nicht. Und auf der einen Seite habe ich meine reisenden Bekannten beneidet und auf der anderen Seite träumte ich lieber, statt selbst mich aufzumachen. Asien war mir zu heftig, ganz allein. Australien war mir zu "in". Klar wollte ich wennschondennschon ganz weit weg. Aber jeder fuhr nach Australien, also "wenn dann fahre ich nach Neuseeland". Und so habe ich irgendwie dieses Land jahrelang als Reiseziel in meinem Herzen getragen, während es immer mehr "in" wurde dahin zu reisen, während immer mehr Leute die ich kenne dort waren, habe ich mich darauf gefreut, dort irgendwann ein wenig Zeit zu verbringen. Und dann musste das Studium endlich mal abgeschlossen werden, und dann sollte man direkt nach dem Studium vielleicht arbeiten, damit man im Lebenslauf strebsam und zuverlässig und nicht orientierungslos und freitsheitsdränglerisch aussieht, und dann muss man ja auch erstmal eine Weile arbeiten. Und so nähere ich mich nun dem Ende meines dritten Jahrzehnts, bevor ich mich aufmache, den beinahe zehn Jahre gehüteten Traum in die Tat umzusetzen. Ich gebe natürlich zu, dass ich, obwohl neidisch auf die Weltreiser trotzdem nicht ganz und aussschließlich in Leipzig war, immerhin habe ich es auf ein Jahr in Frankreich und einige kürzere Reisen gebracht, sodass ich von den Million Places zumindest schon mal eine handvoll gesehen habe. Aber das Fernweh ist niemals still.

Nun, ich wollte also mal wieder raus. Auch aus Europa. Aber vielleicht auch irgendwohin, wo der Kulturschock nicht ganz so heftig wird. Und ich meine jetzt Kulturschock auf der Ebene, die dir auch schon in der nächsten Region geschehen können. Und am liebsten natürlich irgendwohin, wo ich bereits die Sprache kenne, so dass ich von Anfang an auch arbeiten kann. Von hier aus kann ich dann immer noch weiterziehen, dahin, wo mir Sprache und Kultur fremd sind. Aber dazu muss ich schon erst einmal herausfinden, ob ich nicht auch mal Heimweh habe, zur Abwechslung vom Fernweh...

Nun war also irgendwie Neuseeland nicht mehr so exotisch im Sinne von "wenige Bekannte waren schon dort", aber doch immer reizvoll auf Grund des Faktes, dass ich streckenmäßig nicht sehr viel weiter weg sein kann von zu Haus als dort, zumindest, solange ich auf diesem Planeten bleibe. (JA! ich nehme das Ticket für die Reise zum Mond!) ("Na, Fernweh, wohin willst du mich jetzt treiben, wenn "ferner" gar nicht geht?!"). Dazu kommt natürlich, dass Neuseeland der Inbegriff von Mittelerde auf Erden wurde, und nachdem ich mich jahrelang nach Lorien träumte, hätte ich jetzt die Möglichkeit, ein Lorienpendant tatsächlich aufsuchen zu können. Zugegebenermaßen belege ich damit das Land mit mehr Fantasie als ihm gut tut, aber ich werde mich sicherlich auch mit dem Realen auseinander setzen und nicht nur den Fantasieort suchen.



Aber nach wie vor stand all dies nur in meinem Kopf. Und dann wurde mir immer mehr klar, dass ich all die Jahre einem recht deutlichen Weg gefolgt bin. Familie - Schulabschluss - Studium direkt danach - vorgesehenes Auslandssemester - Studienabschluss in nicht (hüstel) allzuviel mehr als der Regelstudienzeit - klare Vorstellungen, was ich mit dem Studienabschluss würde machen können - Erste Anstellung als Übersetzerin bei einer Firma, bei der man theoretisch alt werden könnte. Moment mal! Bin ich das?! Ja, es ist war, ich bin ein zielstrebiger, realitätsverwurzelter, karriereinteressierter Bürger. Nein, ich bin auch soviel anderes! Fernweh, Freiheitsdrang, ich muss hier noch mal raus, bevor mich mit dreißig auch noch der Familiensinn und die Sesshaftigkeit überkommen. Und so beschloss ich, dass ich nicht in meiner ersten Anstellung bis ans Ende meiner Tage bleiben würde, dass ich noch anderes ausprobieren müsste, und dass jetzt wohl die vorerst letzte große Gelegenheit zum Aufbruch, zum Weggehen, zum "Auswandern" ist. (Auswandern war für mich schon immer weniger ewig als es wohl für die meisten anderen Deutschsprecher klingt, denn ich kann mir einfach nichts im Leben für länger als eine handvoll Jahre vorstellen. Daher gilt für mich auch das für die nächsten zwei Jahre gedachte Landverlassen als Auswandern.) Als sich dann noch rausstellte dass das Neuseeländische Studi- und Backpackervisum noch bis zu meinem 30. gilt, hieß das Jetzt oder Nie.

Und so habe ich mal online auf der NZ-Immigration-Website einen Visumsantrag gestellt. Und - es haut mich immer noch vom Stuhl: Ohne, dass ich denen irgendwas schicken oder faxen musste (Kontoauszüge, Passkopie ...) hatte ich innerhalb von 24 h ein Visum zum Ausdrucken! Also Job kündigen, ein bisschen AuslandsKKV beantragen, Flug buchen und los gehts.

An diesem Punkt sollten alle meine Pläne enden.

Ok, ich buche noch ein Hostel für die Jetlegwoche. Aber dann will ich einmal in meinem Leben nicht wissen, was ich als nächstes mache. Nicht wissen, ob ich in diesem Beruf bleibe oder mir was ganz anderes suche, nicht wissen, wann ich zurückkomme oder wie ich meinen Liebsten überreden soll, mir nachzukommen, nicht wissen, wohin es mich als nächstes verschlägt.


Einfach alle offen haben...

Sunday, October 7, 2007

TDDE -- Sputnik

Die Erfahrung lehrt, dass die meisten Blogger in den ersten Wochen sehr häufig posten, und dann mit einer schönen Kurve immer seltener. Ich fürchte, dass auch mir dieses Schicksal droht. Daher versuche ich gleich von Anfang an, nicht öfter als einmal wöchentlich dem uninteressierten Publikum meine gedanklichen Ergüsse anzubieten, dann wird der Abfall in der Kurve wenigstens nicht allzu frühzeitig peinlich.
Mir fällt gerade auf: So ein Blog ist ganz schön egozentrisch. Ich fühle mich schon immer ein wenig schuldig, wenn ich Tagebuch schreibe, aber nun biete ich dieses endlose Kreisen um meine eigenen Gedanken auch noch der Öffentlichkeit an. Ich bin noch nicht wirklich überzeugt, ob das eine gute Sache ist oder nicht. Natürlich dreht sich in Wahrheit jeder um sich, aber muss ich das auch noch in ein öffentlichen Forum tun?

Bevor ich darauf eine Antwort gefunden habe, kann ich auch veröffentlichen, was ich die letzten Tage so zusammengetippt habe:

Ich habe in dieser Woche über die Bedeutung unseres Nationalfeiertags nachgedacht. Auf der einen Seite bin ich kein Anhänger des Nationalstaats als solchem, andererseits weiß ich, dass der Mensch Identifkationspunkte mit einer InGroup haben muss, und Abgrenzungspunkte gegen eine OutGroup. Natürlich dürfen "wir Deutschen" und so weiter, ich muss den Gedanken nicht ausführen, es ist klar worauf er hinausgeht. Aber gerade für mich als Ossi, der ich immer mal wieder für einige Zeit "im Westen" gewohnt habe, ist die Vereinigung ein wichtiges Thema, und es wundert mich sehr, dass der Feiertag für das Privatleben der meisten Menschen, von denen ich es mitbekommen habe, keine weitere Rolle spielt. Dritter Oktober heißt, Politiker halten viele tolle Reden, die sich keiner außer Politiker (und Journalisten) ausgiebig anhört. Dritter Oktober heißt, wichtige Menschen klopfen sich selbst und ihren Genossen für ihre großartige Leistung bei der Wiedervereinigung auf die Schulter. Dann kommt ein Bruch und dahinter die "normalen" Menschen (ich spreche jetzt mal von der sozialen Ebene auf der ich mich (mit meiner beschränkten Wahrnehmungsfähigkeit) auskenne): Dritter Oktober heißt, "da muss ich nicht arbeiten" "da kann ich erledigen was ich sonst nicht schaffe" "da kann ich ausruhen" "da haben die Läden zu und ich muss am Vortag einkaufen" "da können wir uns mal auf einen Kaffee treffen". Wohlgemerkt, dies ist wertfrei gemeint, das gleiche denke auch ich. Aber da mir in meiner egozentrischen Welt die Wende soviele Möglichkeiten eröffnet hat, sollte ich mich nicht ein bisschen mehr freuen? Sollten wir nicht doch diesen positiven Weg (mit all seinen negativen Seiten) als einen Identifikationspunkt nutzen? Aber wie?
Paraden Umzüge Fahnen - schüttel
Für FamilienBBQ ist das Wetter wohl meistens nicht gut genug um diese Jahreszeit. Aber ein bisschen mehr Volksfest? Nicht dass ich ein erklärter Volksfestfan wäre, im Gegenteil, aber für die Gesellschaft böten viele kleine Feste in vielen Orten am dritten Oktober die Möglichkeit eines Gemeinschaftserlebnisses. Und dies fehlt diesem Datum meiner Ansicht nach vollkommen. Aber erwarte jetzt bitte niemand irgendwas von mir! Ich bin nur beobachtender Kommentierer (der Schwachpunkt dieser Position ist mir übrigens durchaus bewusst).

Persönlich habe ich übrigens dieses Jahr zum TDDE an einem Spielenachmittag teilgenommen, bei dem keine Rolle spielte, dass ein Wessi und drei Ossis im Westen zusammensaßen. Denn GEMEINSAM haben wir den einen Ring zerstört. ;-)


Diese Woche war übrigens noch ein "Feiertag". 50jähriges Sputnik-Jubiläum. Ich schätze mal, für die meisten Leute bedeutet das etwas anderes als für mich (garnichts?). Die technologische Leistung wurde mir erst als Erwachsener klar und die politischen Implikationen habe ich erst in dieser Woche ganz erfasst (Deutschlandfunk sei Dank). In meiner Kindheit aber war Sputnik ein lustiger kleiner putziger Roboter der munter um unseren Planeten kreiste. Es gab viele Kinderlieder und -geschichten (falls jemand Texte parat hat, gerne hier posten!), Comics (oder das DDR-Äquivalent zu Comics) und Bilder. Vielleicht liegt das auch am Namen, aber Sputnik hatte einen enormen Niedlichkeitsfaktor. Daher Technologie und Politik hin oder her: Prost, kleiner Sputnik!

Bis bald
SusieQ

Zitat des Tages: The World never stops unmaking what the world never stops making.
But who says the world has to make sense?

(David Mitchell: Black Swan Green)


P.S. Ich suche noch nach einer schönen Überschrift für den Blog. Bin aber von meinen Arbeitstiteln wenig überzeugt, daher ist das Feld weiterhin leer.
Ist euch schon mal aufgefallen, wie viele tolle Sprüche die meisten Leute als Motto/Überschrift in ihren Selbstdarstellungen throughout the Web haben? Wenn man all diese Weisheiten zusammenzählt - und dabei selbst noch die schlimmsten Allgemeinplätze weglässt - müsste man beinahe davon ausgehen, dass die Menschheit einen Riesensatz nach vorn gemacht hat und wir schon bald das Zeitalter von Frieden, Vernunft, Sternenflotte erreichen werden, wahrscheinlich noch in dieser meiner kurzen Lebensspanne.

Monday, October 1, 2007

Tach auch

Das Schreiben ist eine der schwersten Beschäftigungen, der ich je nachgegangen bin. Ich bin nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis meiner Anstrengungen, war es nie, konnte nie eine Verbesserung oder Entwicklung feststellen.
Dies ist der erste Grund, der gegen einen Blog von mir spricht.

Viele meiner Freunde mussten in den letzten Jahren erfahren, dass es schwer ist, mit mir über Distanz hinweg Kontakt zu halten. Vor allem, weil ich mit dem Briefeschreiben (und dabei meine ich natürlich auch und vor allem die elektronische Kommunikation) nicht wirklich hinterherkomme. Mir fehlt dabei das wahre Teilhaben am Leben der Anderen, es ist so indirekt.

Ein Grund, nicht das E-Mail-Problem auf die (jaja, nicht mehr ganz so) neue Komm-Form des Blogs zu übertragen.

Faultier das ich bin nehme ich mir oft nicht die Zeit, meinen eigenen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen.
Wiederum ein Fakt, der mich vom Bloggen abhalten sollte.

Nun fahre ich jedoch bald ans andere Ende der Welt und wurde von vielen Menschen gebeten, regelmäßig Bericht zu erstatten. Es musste also ein Blog her. Und wenn soviele Argumente gegen etwas sprechen, dann bin ich natürlich die erste, die es trotzdem tut, "nugraderstrecht", wie Mutti mich gern liebevoll nannte. Nun sollte das hier also vor allem meine Reisenotizen erfassen und mir 500 Mails gleichen Inhalts ersparen. Aber dann dachte ich mir, wenn schon bloggen, ohne Schreibenzukönnen, ohne Briefeschreiberzusein, ohne Zeitzuhaben, dann doch gleich richtig.
Und so fange ich denn schon mal an. Und werde einer von den Tausenden und Abertausenden täglich mit achsowichtigen Gedanken und Erfahrungen das Web 2.0 vollmüllenden Bloggern. Hurra!

Abschließend eine Erläuterung zur Namensgebung: Als ich einen Reiseblog schreiben wollte, sollte dieser "Sue goes Aotearoa" heißen, aber dann war mir das thematisch zu eingeschränkt. Leider funktioniert meine Kreativität nicht auf Befehl (also, ähm, nie), daher wähle ich als Namen für diese meine Verkörperung im Netz das Wort SIM (entnommen bei Tad Williams für die Verkörperung einer Person im Otherland), verwende es zugleich als Akronym für "SIM in Motion", denn das ist was ich bin, eine Suchende, manchmal Getriebene, in Bewegung Seiende (Allgemeinplatzalarm: Denn alles ist im Fluss). Und all ihr schlauen Sprachler und Informatiker und sonstigen schlauen Leute seht es schon, ein Akronym das, sich selbst im Namen tragend, eine - oh Ausbund an egomaner Re-Kreativität (Hofstadter lässt grüßen) - endlose Schleife bildet, die sich um sich selber dreht, und sich doch immer nur um mich dreht denn im innersten Kern steht das S dann doch für:
Eure Susann/Susie/Sue

P.S.: Ich hoffe, ihr seid Fans der Verschachtelung, einer Syntaxtechnik, für die die deutsche Sprache großartige Möglichkeiten bietet...