So, wir hatten also wieder ein wenig Natur auf der Banks Peninsula, und nach einem sehr faulen langsamen Morgen am Strand gings zurueck in die Stadt. Ein bisschen Stadtbummel, ein bisschen shoppen, dann wieder in den Park/botanischen Garten, ein bisschen englisches Essen (Bangers'n'Mash), und dann war der Tag auch schon wieder rum - ich glaube die Tage werden immer kuerzer hier. Am naechsten Morgen parkt waehrend unseres Fruehstuecks ein total niedliches gruen-violettes Haeuschen auf Raedern neben uns, komplett mit Pflanzpott auf der Veranda! So krass. Die Besitzerin Christine laedt uns ein, all die anderen verrueckten Haeuser auf dem Zigeunermarkt zu sehen, und so haben wir ein Wochenendprogramm. Aber den Rest des Tages verbringen wir erst mal wieder mit Stadtleben, Strassentheater, und ein bisschen faulem Rumhaengen im Park (inkl. Traumfaengerbasteln und Pois ueben). Abends wurden wir von dem Security Menschen, der den Park abschliesst - hab ich das erzaehlt? Also der Park schliesst seine Tore um 8, wenn man dann noch mit dem Auto auf dem Parkplatz steht hat man Pech und ist bis zum naechsten Morgen eingeschlossen. Stoert uns natuerlich nicht, wir wollen ja eh hier schlafen. Das ist aber wohl nicht Sinn der Sache, und da wir grad am Auto sind, als der Typ seine Runde dreht, werden wir also rausgeschmissen. Unser abendessen duerfen wir aber noch im Park beenden, da isser ja nich so. Sack! Da fahren wir also spaet abends durch die Innenstadt, auf der Suche nach ner ruhigen Strasse zum wohnen. Is komisch, mitten auf der Strasse zu schlafen. Aber lustig.
Dne naechsten Tag haben wirs wieder ruhig und gemuetlich angehen lassen, Staedte klauen einem ja schnell viel Zeit, und dann sind wir raus zum Gypsy-Markt gefahren. Das ist ne lustige Gruppe, wir haben das ganze Wochenende mit denen verbracht und uns ueber ihr Leben unterhalten. Die meisten stellen selbst Dinge her, die sie verkaufen, andere machen Musik, andere jonglieren, und dann gibts natuerlich den Hotdogstand, das Cafe, das Karussel... Und die Haeuser auf Raedern waren total fantastisch, das eine sah aus wie ein Hexenhaus ausm Maerchen (gehoert dem Zuckerwattemann), das naechste hatte Buntglasfenster wie in ner Kirche (der Besitzer stellt Fensterschmuck aus Buntglas her) - in das durfte man sogar reingucken, und die sind so gemuetlich, mit Holzofen, und anderthalbem Geschoss mit Dachterrasse - und das alles aus nem Schulbus hergestellt. Wir haben uns viel unterhalten, und das ist schon ein krasses Leben, James und ich haben glatt ueberlegt, das mal fuer ne Saison zu versuchen - Dreamcatcher und Haengematten verkaufen und in nem Haus auf Raedern wohnen (machen wir ja im Prinzip jetzt schon). Abends haben wir dann mit ein paar Leuten Pois geuebt - meine ersten Poitricks nicht aus nem Buch sondern von Menschen gelernt! Das war cool, mit den Leuchtpois. Stellte sich raus, dass sie fuer Home of Pois arbeiten - der Webseite fuer Pois (und Jongliermaterial) - jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob Chris in der Tat der Gruender der Webseite ist. Naja, wird online geshoppt sobald ich zu hause bin :) Am naexten Tag waren wir im benachbarten (riesigen, alten, schoenen) Linwood Cemetery (Friedhof) spazieren, ja ich weiss, meine Friedhofspaziergaenge kann nicht jeder nachvollziehn aber ich hab in NZ richtig richtig schoene alte gefunden, die einen ganz tiefen Frieden ausstrahlen. Naja, und danach wieder im Kontrastprogramm "Buntes Zigeunerleben", mit jonglieren und allem drum und dran.
Nachmittags sind wir dann auf die Suche nach unserem letzten Strandschlafplatz gegangen. Unterwegs haben wir einen tollen Spielplatz gefunden, der auch fuer grosse spannend war, und hatten viel Spass, mit den anderen Kindern, und deren Eltern. Haben Spielplatztipps bekommen, wo es tolle Flying Foxes gibt - ich hab keine Ahnung wie das auf deutsch heisst, muesst ihr halt aufs Foto warten (Kinderseilbahn?). Jedenfalls haben wir alle drei Spielplaetze aufgesucht und den ganzen Nachmittag gespielt. Das war toll.
Ja, ich bin 29 :op
aber danach haben wir tatsaechlich einen Strand gefunden, der windstill genug fuer TinyB war, und so hab ich mich von Pazifik und TinyB verabschiedet, das war traurig. TinyB hat geweint.
Am naechsten Tag hatte James Migraene und ich hab ihm ungeplanten Hostelaufenthalt verordnet und ihn im Celtic Backpackers eingecheckt. Das war ganz ok, und James war im Bett und ich wieder in der Stadt. Dann war uns mal wieder nach raus aus Christchurch also sind wir am naechsten Tag Richtung Lyttleton aufgebrochen, das ist der Hafen von Christchurch. Der kuerzeste Weg geht durch den Tunnel, den haben wir ausgekundschaftet auf dem Weg nach Akaroa. Daher sind wir diesmal der landschaftlich sehr schoenen Kraterroute entlang Summit Road gefolgt (Ja, auch die Landschaft von C. wurde durch einen Vulkan geformt), wie ueblich mit vielen Fotostopps, einem Spaziergangs- und Felskletterstopp mit toller Aussicht und einer Verfahrung, die uns ins poshe Sunmer brachten, wo wir am Strand ein Picknick hatten und den Sunmerischen Strandfelsen zuerst durch die Hoehle von unten und dann kletternd von oben erkundet haben (ich werd noch zum totalen Outdoory hier). Irgendwann kamen wir dann auch nach Lyttleton, sehr malerisch, es war grad Schule aus, und ueberall waren lachende Familien, alle assen Eis (ja, der Sommer macht noch ein paar letzte blauhimmlische Anstrengungen), alle waren freundlich zueinander, wie im Bilderbuch. Nur n Fischladen haben wir nicht gefunden, also gabs abends aufgewaermtes Chili, aber das erst spaeter, da wir nach dem Lyttletonbummel noch weitergefahren sind. Und zwar nach Godley Head, von wo aus man zu einer Bucht namens Taylor's Mistake wandern kann. Ich wollte naemlich unbedingt herausfinden, was Taylor denn nun fuer einen Fehler gemacht hat. Bevor wir jedoch in in Godleys Head ankamen, zog ein total spukiger Nebel auf. Sowas hab ich noch nicht gesehen, linker Hand strahlender Sommertag rechter Hand eine undurchdringliche Nebelwand. Kam vom Meer, innerhalb einer halben Stunde war alles dicht. Wir sind dann also nicht zu der Bucht gewandert sondern nur so ein bisschen herumspaziert, haben im Nebel gestochert und herausgefunden, dass das hier so eine ZweiteWeltkrieg-Erinnerungsstaette ist. NZ war ja in beiden WK mit unglaublich vielen Soldaten vertreten, und jede Stadt hat ihre eigene Gefallenendenkmaeler (zu den Kiwisoldaten gibts ne Anekdote in einem noch zu erwartenden Blogpost - Geduld bitte), aber im zweiten WK mussten sich die Kiwis ja auch vor den Japanern in acht nehmen, daher gabs da also so ein paar Verteidigungsanlagen, u.a. auf Godleys Head - die Japaner sind uebrigens nicht gekommen. Also die haben wir da so im Nebel besichtigt und dann Essen gemacht (s.o.) Na und so ploetzlich wie der Nebel kam, so ploetzlich hat er sich wieder aufs Meer verzogen - da hat wohl der Nebelkoenig zum Rueckzug geblasen oder so, oder der kleine Nebel musste heim, zum Abendessen, wer weiss. Jedenfalls war danach wieder strahlender Sonnenschein. Na, und dann durfte TinyB noch mal raus, und wir haben bei den Schafen von Godleys Head geschlafen. Am naechsten Morgen hatten wir grad alles verstaut, als der DOC-Ranger vorbeikam, Glueck gehabt. Wir haben den dann mal nach Taylors Mistake gefragt, und er sagt, das weiss keiner mehr, der Name ist haengengeblieben aber was da wohl los war weiss er auch nicht. Na, und sowohl der Lonely Planet als auch - zum ersten Mal in meinem Leben - die Wikipedia haben mich haengenlassen. Bin ich die einzige die nach dieser Erklaerung sucht?
Naja, wir haben unsere Wanderung in die Bucht dann am Vormittag gemacht, mussten aber noch vor der Buchtumrundung abbrechen, weil es gegen Mittag so unendlich heiss wurde, dass wir Kopfschmerzen hatten. Ich freu mich schon auf unsere Wuestendurchquerung.
Dann gings zurueck in die Stadt, an unseren Lieblingsplatz botanischer Garten, wo wir ein bisschen Haengemattenfaulheit genossen, und ich meinen ersten Ganzalleinetraumfaenger anfange. Weil wir wieder im Park schlafen wollen, verstecken wir uns zur 8-Uhr-Schliessungspatroullie und so muss der Parkwaechter Putu einschliessen. hihi ausgetrickst...