Sonderbarerweise fliegen die Suicidals nicht weg, wenn ich kleiner Speed Demon mit Hundert Sachen angerauscht komme, ergreifen jedoch die Flucht, sobald ich anhalte, um ein Foto zu machen. Ich habe fuer diesen lahmen Shot 2 ganze Wochen gebraucht:

Soviel zu diesem spannenden Thema. Nach meinem letzten Eintrag aus dem Karangahake Gorge ist natuerlich wieder einiges zu berichten. Habe jetzt endlich mal die beruehmten Kiwi-Gluehwuermchen gesehen. Haben uns in der Nacht aufgemacht und sind durch den Wald gestolpert, beobachtet von tausenden von Augenpaaren, die in der Dunkelheit funkelten. Dann hinein in eine Hoehle und es war als haette die Hoehle keine Decke und als koenne man in den Sternenhimmel schauen. Die ganze Decke war voller Gluehwuermchenkonstellation. SCHOEN! Wir bleiben einen weiteren Tag im Golden Owl Hostel und geniessen das Nichtstun und ich das Nichtfahren.
Danach hab ich ein wenig die Ostkueste bereist (Bay of Plenty bis Hawkes Bay). Zuerst haben wir das Surferparadies Mount Maunganui aufgesucht. Dieser Strand ist kein typischer NZ-Strand mehr, er ist voller Menschen, hat seine ersten grossen Hotels und wird wohl in 5 Jahren aussehen wie ein Urlaubsparadies in Spanien. Da war der kleine Watt-Strand in Omokoroa schon schoener (da hatten wir unsere mittaeglichen Sandwiches). Wir campen wieder wild auf einem (etwas groesseren und bewachsenen) Felsen im Wasser, am Fuss des Mounts (232 m). Am naechsten Morgen (wir versuchen unser glueck mit dem Sonnenaufgang, aber er ist nicht ueberwaeltigend daher legen wir uns wieder hin) besteigen wir den Berg. Und Gott es ist heiss! (haben seit einer Woche Bombensommerwetter), da haben wir uns eine ganz schoene Aufgabe gestellt. Schaffen es ohne Verletzte und Tote, werden jedoch von so ziemlich allen anderen Leuten ueberholt (die leute joggen da hoch! bei gefuehlten 30 Grad!). Danach verlassen wir Touristi/Surfer Town und fahren weiter durch den Sommer, durchqueren Kiwiland (spreche ausnahmsweise mal von der Frucht), kaufen Saft und Fruechte und machen mal wieder an einem halbwegs einsamen Strand suedlich von Te Puke Rast. Und was passiert? Das Auto springt nicht mehr an. Trotz nagelneuer Batterie. Ja, ich gebe zu, das Batterielicht hat meistens gefunkelt aber bei unserer Autobatteriekaufaktion (siehe Cape Reinga Posting) meinte der AA-Mann (=ADAC), das liegt vielleicht an der Elektronik im Amatourenbrett, daher hab ich das fleissig ignoriert. Naja, nu haben wir den Salat. Zum Glueck bin ich AA-Mitglied, und so kommt Andrew um uns zu retten. Er gibt uns Saft und schickt uns zu einem Autoelektriker in Whakatane, um die Lichtmaschine reparieren zu lassen. Unterwegs bleiben wir noch zwei mal liegen (soooo tot die Batterie!), aber Andrew faehrt zum Glueck hinter uns und beschliesst schliesslich uns abzuschleppen. Nu hab ich auch das noch mal erlebt. Leider hat die Werkstatt schon zu, daher schlafen wir die Nacht im Auto, vor der Werkstatt, in einer Shelltankstelle. Das war witzig. und wenn man Putu schoen umraeumt ist das sogar bequem. Fast wie ein Bus :) Den naechsten Tag verbringt Putu im Autokrankenhaus und wir mit Stadtbummel und Kino. Ich glaube die Leute in der Werkstatt halten mich (der Wahrheit entsprechend) fuer ein bisschen gaga ("Fruitloop" nennt mich James) weil ich mich nicht nur von Putu verabschiede sondern ihm auch noch Blumen ans Krankenbett bringe. Putu hat jetzt naemlich auch noch einen Kaktus (der hat auch nen Namen: Koha, kurz K). Ich glaub Putu hat sich darueber gefreut, auch wenn mich alle fuer meschugge halten. Dieses Auto hat eine Seele! Und jetzt faehrt er, ohne das irgendwelche Lichter blinken und schnurrt durch die Lande. Ich glaube ich hab ein glueckliches (wenn auch ein bisschen dreckiges) Auto.
Nach einer weiteren Nacht am Strand verlassen wir die Kueste und fahren durch eine wunderschoene Schluchtenlandschaft (Waioeka Gorge) Richtung Gisborne. Wir wandern ein bisschen, da es mal nicht so heiss ist, und treffen einen Jaeger, der seine Hunde sucht. Die scheinen sich verlaufen zu haben. Leider hab ich zu spaet reagiert und kein Foto gemacht. Dieser Maori hatte ein unglaublich lebendiges und zerfurchtes Gesicht und ach, meine Worte nuetzen hier nicht. Die Wanderung fuehrt uns durch Dickicht und Unterholz und wir muessen zwei Fluesse durchqueren, einen ueber Stein und Fels und einen durch eine Furt. KALT!! (Wandern inklusive Kneippkur ;o)
Am spaeten Nachmittag verlassen wir SH2 und folgen einem Staubstrasse mitten hinein in die Huegel. Treffen Schaf- und Rehherden und finden einen wunderschoenen total abgelegenen Platz fuer TinyB, an einem plaetschernden Bach mitten im Gruenen. James nennt die Landschaft "Lord-of-the-Ringsy" (auch wenn er nix davon gelesen oder gesehen hat...), koennte eine Mischung aus Auenland und Baumbarts Reich sein, nur dass es keine Baeume gab. aja, siehe Fotos.
http://picasaweb.google.com/Celebdae13/EastCoast
Und so verbringen wir eine Nacht auf einer Schafweide, und wer mich kennt dem ist klar, dass ich in dieser Nacht garnicht anders konnte, als zu traeumen, Schafe wuerden TinyB anknabbern.
Nach einem halben Tag in diesen Bergen kehren wir zum SH2 zurueck und fahren weiter nach Gisborne. Dies ist die Stadt, die als erste in NZ den Sonnenaufgang sieht. Silvester war hier ne fette Party, denn hier kommt das Neue Jahr als erstes an. Die Stadt selbst ist ganz niedlich, direkt am Meer und wirkt leicht kalifornisch. Leider mal wieder voller Surfer, und da Sonntag, total ausgestorben. Wir machen ein paar Fotos von James Cook: der ist naemlich bei seiner "Entdeckung" von NZ hier an Land gegangen und hatte ersten Maori-Kontakt (6 Tote). Da das alles ein bissi schiefgelaufen ist, konnte er nicht wie geplant seine Vorraete aufstocken und taufte die Bucht Poverty Bay. Den Namen traegt sie noch heute, auch wenn das ein recht reicher Fleck ist (Weinbau, Obstanbau, Kumarafelder). Danach ziehen wir weiter, Touristaedte haben wir mit Taupo und Rotorua noch genug vor uns. Wir campen suedlich von Gisborne an einer Flussmuendung in einer halbtoten (hinsichtlich Vegetation) halblebendigen (viele Bodennistende Voegel wohnen zwischen all dem toten Holz) Landschaft. Bin nicht sicher ob das alles angeschwemmtes Holz ist oder ob hier mal ein Sturm das Kuestenwaeldchen beseitigt hat. Hier schaffen wir auch endlich mal nen anstaendigen Sonnenaufgang zu sehen und dann gehts weiter nach Morere, wo wir in den Hotsprings abhaengen. Nachmittag wirds aber dann doch zu heiss und wir fahren weiter auf der Suche nach einem Haengemattenbaum. Gar nicht so leicht hier. Wir finden einen, aber um ihn zu erreichen, muessen wir erst ein bisschen durch den Sumpf waten. Nach einer Stunde Nickerchen muessen wir aber doch wieder die Flucht ergreifen: die Sandfliegen fressen uns auf. Elende Blutsauger. Und so verschlaegt es uns denn nach Wairoa, einem kleinen Staedtchen eine Stunde suedlich des Waikaremoana-Sees. Wir goennen uns Hostelluxus in einem Homestay, d.h. mit einer Familie. Sie Paheka, er Maori (gesichtstaettowiert, Schafscherer) und bleiben wieder zwei Tage, so dass ich bloggen kann, und Fotos hochladen und wir ein bisschen erholen (es ist einfach zu heiss fuer irgendetwas anderes) und vielleicht kann ich heut abend ein bisschen was aus erster Hand ueber Gesichtstattos erfahren. Da gibt es ja zwei Seiten, das Traditionelle Moko, das etwas ueber die Genealogie und den Traeger aussagt, und das Moderne Moko, das ein Bestandteil des Gangproblems in Neuseeland ist. Aber dazu ein andermal mehr.
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