Oh, mann, soviel aufzuholen. Ich bin ja inzwischen schon in Queenstown, aber ich glaube nicht dass dieser Blogeintrag soweit kommt. Nach dem wunderbaren Asbestos Track sind wir wieder ueber den Takaka Hill zum Harwoods Hole gefahren. Das ist ein Hoehlensystem, dessen Eingang als 50 Meter tiefe Felsschlucht beginnt, von deren Boden es 183 m in die Tiefe geht. Dorthin sind wir also gefahren, und unterwegs an einem kleinen Hippiefestival vorbeigekommen, wo wir Niko (ex-pickled-parrot) trafen. Sie wollte uns ueberreden zu bleiben, aber wir waren ziemlich fertig von all den vorherigen Aktivitaeten und hatten keine Lust. Stattdessen haben wir in dem sehr schoenen Waeldchen rund ums Harwood Hole in den Haengematten gelegen und geschlafen. (Das Gebiet diente als Set fuer die Flucht aus Bree ("Chestnut Forest").) Mehr ging dann auch nicht , doch aus unserer fruehen und geruhsamen Nacht wurde leider nichts, da uns ca. 300 Millionen Muecke ueberfallen und bei lebendigem Leib aufgefressen haben. Um 6 Uhr morgens verlassen wir endlich das Zelt. Der Vorteil: wir sind die ersten und ganz allein am Harwoods Hole (wunderschoene morgendliche Wanderung durch diesen mystischen Wald), wo wir ueber Felsen kraxeln um ganz bis runter gucken zu koennen (geht natuerlich nicht) und Echos hervorlocken. Irre Landschaft. Dann ausgiebiges Arme-Ritter-Fruehstueck (das hat mein Vati manchmal fuer mich gemacht, da musste ich dran denken...) und weiter gehts nach Motueka. Eine weitere der ehemals kleinen, verschlafenen Staedtchen, die inzwischen sehr lebendig sind, voller Cafes und Geschaefte - und Touristen. Aber immer noch sehr schoen. Wir lassen uns von einer netten Lady aus einem Pois&Toys-Geschaeft nen neuen Poitrick zeigen und unterhalten uns mit nem Maori, der Schueler und (Langzeit)-Touristen Maorisprache, -kultur, -tanz, -gesang beibringt. Wenn ich laenger haette, wuerd ich ne Weile hier bleiben und Poitaenze lernen... Schnueff. Naja. Wir goennen uns mal wieder ne Dusche und waschen auch mal Waesche (Mit der Zeit stoert einen das Dreckigsein gar nicht mehr so sehr. Ich kann mir echt nicht vorstellen, in wenigen Wochen geschniegelt und gebuegelt an der Uni rumzuhorsten...) und dann gehts quer durch das Land in Richtung Westkueste. Unterwegs campen wir kurz hinter Wakefield, weil der Ort genauso heisst wie James's Heimatort, und am naechsten Tag schleppen wir uns mal wieder auf dem letzten Tropfen Benzin nach Westport - der Gedanke einen Kanister zu kaufen wird immer attraktiver. Westport ist ein weiterer der 3-Strassen-Orte der Suedinsel, und nicht ganz so schnuckelig - oder liegt das am Regen? Wir laufen einmal kurz durch und fahren dann ans Cape Foulwind, wo wir zu ner Robbenkolonie spazieren und Robben von oben beobachten. Die Babys sind so knuffig, wenn sie auf den Felsen rumkraxeln und runterpurzeln. Von dort aus gehts nach Sueden in Richtung Pancake Rocks. Wir erreichen sie am naechsten Tag - auch wenn weder James und ich uns an den Uebernachtungsort erinnern koennen. Anyway, Punakaiki ist total ueberflutet von Touris, wir horsten also einmal um den Besichtigungspfad herum, schoene Felsen, wildes Meer, fertig. Ach ja, Pancakes weil die Felsen aussehen wie Pfannkuchenstapel (siehe Fotos). Dann gehts weiter nach Sueden. Naechste Station Greymouth. Nicht viel groesser als Westport aber schoener und lebendiger (oder liegt das an der Sonne?). Wir bummeln, schauen dem TransScenic-Zug zu, der hier durchkommt und dann die Alpen ueberquert, trinken Kaffee, essen den besten Cheese Cake und finden einen richtig schoenen Jade-Workshop. Er wird zwar nicht von Maori betrieben, sondern von Pakeha (Vater und Sohn), ist aber trotzdem alles NZ-Jade und nicht von Chinesen aufgekauft und importiert. Wirklich mal ein schoenes Geschaeft.
Und weiter. Die Westkueste der Suedinsel ist eine wunderschoene Landschaft, sie hat jedoch einen gewaltigen Nachteil: Sandflies. Wir sind beide extrem allergisch auf deren Bisse und jucken uns fast zu Tode. Haben inzwischen schon Antihistamin-Pillen gekauft, weil man so viele Bisse gar nicht mit Creme behandeln kann. Wir beschliessen also eine Auszeit und fahren ueber die Alpen nach Osten. Hinzu ueber den Lewis-Pass, eine recht bescheidene, eher huegelige als alpine Landschaft. Man erkennt erst, dass man gerade einen "Pass" ueberquert hat, wenn man rafft, dass sich die Vegetation aendert. Auf der Westseite sind die Alpen mit dichten Bush (=Waldland) bewachsen, auf der Ostseite ist es nur Grasland, und das eher trocken (die Wolken von der Tasman Sea regnen sich ab, und danach faellt der Wind als Foehn auf der anderen seite runter, und macht alles schoen warm...) Wir schlafen in den Alpen am River Hope (Waiau) in einem richtig schoenen Rastplatz. Ich probiere zum ersten mal die Leuchtpois und es ist sooooo cool. Weiter nach Osten machen wir einen kleinen Abstecher zu den wichtigsten (einzigen?) heissen Quellen auf der Suedinseln in Hanmer Springs (Ski- und Erholungsgebiet). Wir gehen aber nicht rein, weil zu sehr auf Touri-Spa gemacht. Landschaftlich schoen, aber der Ort selber eher nicht so. Putu macht mal wieder Probleme (hoert einfach auf zu fahren). Wir haben schon festgestellt dass er kein schlechtes Wetter mag, in nasse (und morgendlichen) Stunden verweigert er schon mal den Dienst. Gutzureden und ne kleine Pause helfen aber, und weil er so lieb ist verzeihen wir natuerlich solche Spirenzchen. Er bringt uns denn auch wohlbehalten bis nach Kaikoura, der Whale-Watching-Zentrale schlechthin, wo wir ne Waltour fuer den naechsten Morgen (6 Uhr!!) buchen. Hier hat sich ne dicke Firma alles aufgekauft, es gibt nur einen Anbieter und der will 130 NZD fuer die Tour! Ist mir gleich unsympathisch, aber nu sind wir einmal hier. Wir spazieren bis zum Ende der Kaikoura Halbinsel - wo man zwischen Robben rumlaufen (oder auch rumrobben) kann. das war so irre. Die gucken aber ganz schoen genervt, wenn man sie bei ihren Nickerchen stoert.
Wir schlafen denn grad vor dem Whaling Centre im Auto (6 Uhr morgens!!), aber nachts hats ein irres Gewitter und ihr ahnt es schon: umsonst aufgestanden, Tour gecancelt. Versuchts mal heut nachmittag. Naja, mehr Schlaf halt, mehr Stadtbummel, Gelegenheit fuer den letzten Blogeintrag. Nachmittags ists auch net besser, also buch ich mal fuer den naechsten Tag, aber unter Vorbehalt. Wir essen Sea Food vom Grill (trampen dafuer ans andere Ende der Halbinsel (Putu ist immer noch als Schlafplatz eingerichtet und daher nicht fahrtauglich) und zurueck, aber lecker...) Kurz vorm Schlafengehen beobachten wir noch n paar Delfine in der Bucht, aber Delfine sind ja meiner Ansicht nach eh ueberschaetzt (Oh die sind ja so knuffig, es ist einfach zu leicht, sie liebzuhaben. Da lob ich mir doch lieber die Seekuh - auch wenn ich immer noch keine live gesehen habe.Also nicht dass ich Delfine hasse, aber man muss es ja nicht uebertreiben.) Nachdem das Wetter am naechsten Tag immer noch nicht besser ist, lass ichs dann doch mit der Waltour. Frueh morgens fahren noch Boote raus und die Leute kommen ziemlich blass und nass zurueck - und freuen sich weil sie 2 (zwei!) Wale gesehen haben (2 Wale fuer 130$?!), nee, du, lass mal. Das klappt auch mal anders. Ausserdem nimmt der Wind zu (30 Knoten mit erwarteten Spitzengeschwindigkeiten von 40 Knoten - wuerd ich ja schon mitmachen aufm Boot, rein aus Spass, aber nich fuer Geld... Also gehts wieder auf die Strasse, zuerst nach Sueden richtung Christchurch (wir haben Hitcher Nr. 4, Carol aus Kalifornien, sehr suess, sehr gespraechig, sehr unterhaltsam, biegen aber vor Christchurch nach Westen ab und fahren auf den Arthur's Pass. Das is schon eher ne alpine Strecke. Steigt erst langsam und dann doch recht heftig an. Da es immer noch regnet - langsam krieg ich schlechte Laune - uebernachten wir fruehzeitig auf einem recht windigen Parkplatz im "Korowai/Torlesse Tussock Land" (ich find den Namen so witzig). Oh, unsere kaelteste Nacht, es war definitiv unter 10 Grad wenn nicht gar unter 5... Gut dass wir den Regen abgewartet haben, denn auf m Pass wollten wir doch lieber mal n bissel Sicht haben. Und wir haben Glueck, die Sonnenstrahlen kitzeln uns wach am naechsten Morgen und unsere kleine Wanderung in Arthur's Pass (hoechstgelegener Ort NZ (924m (jaja, "Alpen" ;)) ist wirklich schoen - Devil's Punchbowl Falls, geile Landschaft und wieder ein bisschen Gelegenheit, um auf Felsen rumzuklettern und Treppen runterzurennen und dabei zu kreischen wie ein Psycho, damit alle beseite gehen und wir niemanden umrennen. hihihi. Aufm Pass machen wir ein paar Fotos (36) von den Keas - den einzigen alpinen Papageien der Welt - um deren rote Federn auf Bild zu kriegen. Sind aber eher erfolglos. Dann gehts nur noch bergab, und schon sind wir wieder an der Westkueste.
So, ich mach hier mal Schluss. Der Rest kommt andermal.
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