*Für Fotos habt ihr ja den Link aufs Album. Falls nicht, bitte Mail.
***=third leg of the journey
Wir haben zwar inzwischen schon mehr als 1500km aufm Tacho, aber jetzt beginnt die eigentliche Tour. Hobo ist betankt, frisch beölt (leider ein kleines Leck), gewässert und sauber, und so brechen wir auf in Richtung Yorkshire Dales National Park. Unser erstes Ziel ist Bolton Abbey, eine malerische alte Klosteranlage in herrlichster Landschaft. Allerdings ist das alles Land in Privatbesitz - wie ja eigentlich alles Land hier - und gehört einem Trust, der es vollständig austouristisiert. Parkplatzbenutzung = Zugang zum Land = 8 Pfund. Das ist für einen Tagesausflug sicher ok, aber wir wollen nur Mittagessen und ein wenig spazieren, daher fahren wir doch nur dran vorbei. An einem der Parkplätze ein Dorf weiter ist ein Tearoom, und die lassen uns kostenlos parken, wenn wir bei ihnen einkehren. Geld ausgeben für Tee und Scones lassen wir uns eher gefallen als für Parken, und so verbringen wir ein paar sehr schöne Stunden.
Unser Ziel für den Tag ist Aysgarth im Wednesleydale, wo Anita mit den Kindern früher mal gewohnt hat. Hier spazieren wir noch eine Runde über die Felder und gehen dann zur Ruh. Eine Stille, selbst an der Hauptstraße. Nur Schafe zu hören.
Am nächsten Tag besichtigen wir die Aysgarth Falls und spazieren schön durch die Wälder. Dann fahren wir weiter durch die Dales, durch das schöne Städtchen Hawes und weiter in den Lake District National Park. Da Windermere schon wieder so überlaufen wirkt und Julius schön schläft, fahren wir gleich weiter und halten erst auf dem Kirkstone Pass. Hier lassen wir die Racker über Stock und Stein springen und genießen die Aussicht. Zum abendlichen Dessert kehren wir noch im Kirkstone Inn ein und kosten das Kirkstone Black. Und Pudding. Das Leben ist schön. Morgen besteigen wir den Berg.
Oder doch nicht. Regen und Nebel. Also verlassen wir den National Park und gehen in Penrith in den Supermarkt Vorräte auffüllen. Zum Glück ist das Wetter immer sehr instabil, es wird also wieder besser und wir fahren zurück in den National Park an den See Ullswater, wo wir eine kleine Wanderung über das Barton Fell zu einem Steinkreis unternehmen. Danach fallen wir ins Bett.
Als nächstes machen wir uns auf zur Hadrian's Wall - dem englischen Limes-Pendant, für diejenigen, die es nachschlagen müssen. Auf der Strecke knacken wir die 2000km. Wir machen Halt in Brampton, um uns Informationen zu holen. Die nette Lady in der Information deckt uns ein und empfiehlt uns, zum Walltown National Park Center zu fahren und ihrer Tochter schöne Grüße auszurichten. Wir begeben uns also erst mal auf die Spuren der alten Römer und Julius erprobt seine Kletterkünste am Birdoswald Fort. Dann folgen wir dem Rat. In Walltown ist zufällig grad National Park Day mit Spiel und Spaß für Groß und Klein, und so lassen wir besonders Klein seinen Spaß (große Bälle, kleine Bälle, und Bubbles (Seifenblasen)). Der National Park ist eine der dunkelsten Regionen Englands und so gönnt uns die nächtliche Pinkelpause unseren ersten Blick auf die Sterne. (Nicht dass sie uns fehlen, meistens ist um zehn bei uns Schicht im Schacht.)
Am nächsten Tag schnallen wir endlich mal die Räder von Hobos Buckel (ein ganz schöner Act) und machen eine Radtour entlang des River Tyne zum Lambley Viaduct. Angesichts meiner Fitness und der Hügeligkeit besonders des letzten Abschnitts brauchen wir dafür fast sechs Stunden. Aber es war ein sehr toller Tag.
Der letzte Tag des Juli soll uns wieder einige Meilen gen Norden bringen und so erkunden wir den Rest des Northumberland National Park mit Hobo. Eine nette hügelige Landschaft mit kleinen Marktflecken und sonst nicht viel. Zum ersten Mal seit unserer ersten Nacht haben wir etwas Schwierigkeiten bei der Nachtlagersuche. Steigungen von 20%+ und nicht angekündigte 2m schmale Straßen lassen uns Wege abbrechen und neue Ziele anvisieren. Das führt uns ins Till-Tal zum Maelmin Heritage Trail, wo uns Schautafeln von 10000 Jahren Besiedlungsgeschichte erzählen und ein schöner Weg durch Wald und Feld um die ehemalige (jetzt unter Feldern verschwundene) Hauptstadt des mittelalterlichen Köngigreiches Northumbria führt. Ein schöner Schlafplatz und ein würdiges Ende unseres England-Aufenthalts. Der August bringt Schottland.
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