Friday, March 14, 2008

Der Anfang vom Ende - Alps, Christchurch, Banks Peninsula

Nachdem wir also nach unserer Alpenwanderung zwei Tage in Wanaka waren - krieg Gaensehaut beim blossen Drandenken - und wenn wir grad nicht vom Himmel fielen am River Clutha unser TinyB-Heim genossen haben (Haengematten, Pois, Sterne, und andere Annehmlichkeiten) gings zurueck Richtung Mt. Cook. Genauer gesagt zum Lake Pukaki, wo wir unser Zelt in einem kleinen Kiefernwaeldchen aufschlagen, in den Haengematten faulenzen und einen ganzen Tag lang das Falschirmspringhoch verarbeiten (auf englisch klingt das Wort Skydivehigh doch viel schoener als meine Uebersetzung). Ich lerne wie man Dreamcatcher macht, und wir naehen unsere kaputten Klamotten ein bisschen - also James naeht und ich flehe er moege meine Hose auch uebernehmen. Gegen Abend kriegen wir Nachbarn, zwei dicke Mobile Homes, und da ergreifen wir die Flucht und fahren zum naechsten See (Lake Tekapo), wo wir unsere Faulenzerei einen Tag lang fortsetzen. Das tut so gut. Hat allerdings den Nachteil, das einem ziemlich deutlich wird, das keine weiteren Stationen mehr vor einem liegen, ausser Christchurch, der letzten. Naja, ich verbiete mir das Datum zu wissen - erfolgreich - und geniesse zwei Haengemattentage, an deren Ende nicht nur der Dreamcatcher fertig ist sondern auch mein Loch in der Hose genaeht... Am zweiten Abend kam ein Typ vorbei und schnauzte uns an, dass hier Campen verboten sei. Das war das erste mal. Kiwis sind total entspannt und freundlich und dieses deutsche Benehmen des Einmischens und Leuten sagen was sie zu tun und zu lassen haetten hatten wir noch gar nie. Als er das zweite Mal vorbeikam rief er nur: "you've been warned" und den Rest des Abends erwarteten wir jeden Moment die Polizei. Aber gegangen sind wir nicht und es hat uns auch niemand weiter belaestigt. In der Nacht sind wir dann aufgestanden, um Skorpion und Schuetzen zu sehen (erfolgreich, aber sooooooooo kalt). Von da an haben wir nur noch auf die Sonne gewartet, in der Kaelte kann man nicht wirklich tief schlafen. Sie kam denn auch und wir haben gepackt und wollten los, aber Putu wollte nicht. Nachdem er 2 Tage gestanden war, ist er immer etwas zickig und er mag keine fruehen Morgen. Naja, rufen wir halt mal wieder die AA, die nach 25 min auch schon anrueckt, und es ist wohl die duenne Luft, und man muss einfach nur das Gaspedal volle Pulle durchtreten, damit ach was weiss ich es war irgendein kleiner Trick und tatata, Putu ging wieder. Also los gings, auf nach Osten, mit einigen Pausen fuer Landschaftsfotos oder Backgammonsessions, und so kamen wir nach Christchurch. Unsere erste (und laut James) wichtigste Station hier ist die Cookie Time Factory, die die weltbesten Cookies machen. James kauft einen ganzen Sack voll Cookies (teilt mit mir, zum Glueck fuer ihn) und ein Cookie Monster. Seitdem ist er gluecklich. Dann cruisen wir ein bisschen durch die Stadt und parken unser Auto im botanischen Garten, wo wir in Putu uebernachten.
Der naechste Tag war ein trauriger Tag, denn wir mussten Flyers machen, um Putu zu verkaufen (heuuuuul) und dann sind wir stundenlang unterwegs um sie in all den Hostels auszuhaengen - und die Chancen sehen schlecht aus. Es ist Sommerende, viele Backpacker reisen ab (und verkaufen ihre Autos) und ich glaube nicht dass ich wiederkriege was ich bezahlt habe. Aber das Geld ist mir eh egal, allein der Gedanke das Putu bei jemand enden koennte, der nicht mit ihm redet, ihn liebhat, ihm Geschenke vom Strand mitbringt, ist furchtbar. Naja, wir werden sehen.
Nach all dem Frust und Stress brauchen wir ne Stadtpause, und fahren Richtung Kueste aus der Stadt. Wir kommen nicht sehr weit bevor wir total muede sind, und parken in nem kleinen Aussichtspunkt, wo wir auch uebernachten wollen. Als wir Putu grad transformen, kommt ein Polizeiauto vorbei. Statt uns anzuschnauzen, fragt der Polizist, ob alles ok ist, und wir erzaehlen dass wir hier schlafen wollen, weil wirs heut abend nicht bis Akaroa schaffen. Und er wuenscht uns ne gute Nacht und angenehme Weiterreise :) DAS ist Neuseeland. 10min spaeter kommt ein privater Security -Mensch vorbei. Statt uns zu erzaehlen, dass hier ein Anwohnergebiet ist, und wir verschwinden sollen, fragt er, ob wir liegengeblieben sind und Hilfe brauchen. und wir erzaehlen dass wir hier schlafen wollen, weil wirs heut abend nicht bis Akaroa schaffen. Und er wuenscht uns ne gute Nacht und angenehme Weiterreise :) DAS ist Neuseeland!
:)
Am naechsten Tag erkunden wir die Berge und Buchten der Banks Peninsula und verbringen den Nachmittag in Akaroa. Akaroa ist ein franzoesisches Siedlungsgebiet und hat auch ein wenig franzoesisch-koloniales Feeling. Daher kaufen wir Camembert, Pate und Baguette und essen das am Pier, man muss sich ja anpassen. Die Geschichte, wie die Franzosen Neuseeland NICHT gekriegt haben, ist echt lustig. Da ist also dieser franz. Welterkunder, der auf die Suedinsel stoesst und mit den Maoris gut klarkommt und zurueck nach F geht, um eine Kolonialgesellschaft ins Leben zu rufen. Dauert ne Weile aber zwei Jahre spaeter kehrt er mit einer handvoll Siedlern zurueck.
Die Briten auf der Nordinsel hoeren vom Kommen dieses Schiffes und der Gouvernor schickt seine Soldaten auf die Suedinsel, um die sie sich bis dahin eigentlich nicht so gekuemmert haben, und sie hissen die Flagge 2 Wochen bevor die Franzosen an Land gehen. Und damit hatte sichs dann fuer La France. Die Siedler sind jedoch geblieben, und so ist die Banks Peninsula eben un peu francais.
Oh, falls ihr nach Akaroa kommt, kauft hausgemachtes Fudge, und probiert die Eiscreme! (ich war total ueberzuckert am Ende dieses Tages. Von Akaroa fahren wir auf den Kaitorete Spit, wo wir am Strand spazieren gehen (WIND, und: WELLEN !).
(Information: Ein Spit hat nichts mit Spucke zu tun. Es ist eine Bezeichnung aus der Geografie, auf deutsch "Nehrung". So jetzt wisst ihr bescheid, oder? Nein? Dann lest hier.) Leider wird wegen des Windes nix aus meiner letzten Nacht in TinyB am Strand, zumindest nicht hier. So spielen wir also wieder mit den Pois, kochen lecker Pasta und schlafen in Putu, einsam, nur der Wind singt seine Lieder.

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